Schweizer Firmen wollen dieses Jahr wieder mehr investieren

22. Januar 2010 News

Die Unternehmen in der Schweiz wollen 2010 wieder deutlich mehr investieren als im vergangenen Jahr. Die Dienstleistungsbranche und das Baugewerbe sind gemäss einer KOF-Umfrage zuversichtlich, die Industrie zurückhaltend.

Die Schweizer Firmen senden hinsichtlich Investitionen für das laufende Jahr deutliche Erholungssignale aus, doch bleibt die Unsicherheit gross. Zu diesem Schluss kommt die Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich in ihrer jährlichen Investitionsumfrage. Der bei den 6200 befragten Unternehmen errechnete Indikator sei deutlich gestiegen, teilte die KOF mit. Während im Vorjahr ein Minus von 4 % errechnet worden war, liegt er 2010 nur noch knapp im negativen Bereich.

Einerseits habe die Komponente Bauinvestition deutlich zugelegt, anderseits zeige sich die Komponente Ausrüstungsinvestitionen weiterhin leicht im negativen Bereich. Nicht enthalten sind in diesen Zahlen die Investitionen der öffentlichen Hand.

Grosse Unterschiede zwischen Industrie und Dienstleistern
Beträchtliche Unterschiede wurden bei der Investitionsbereitschaft zwischen der Industrie- und der Dienstleistungsbranche ausgemacht. Während die Industriefirmen wegen der weltweiten Konjunktursituation weiterhin relativ zurückhaltend investieren, zeigen sich die Dienstleistungsunternehmen sehr zuversichtlich und wollen deutlich mehr investieren. Im Baugewerbe führten die grossen Investitionspläne der öffentlichen Hand zu stärkeren Investitionen in Ausrüstungen.

Wichtigstes Ziel der Investitionen bleibe der Ersatz von bestehenden Produktionsanlagen. Daneben sei der Umweltschutz in den letzten Jahren bei den Unternehmen vermehrt in den Blickpunkt gerückt. Der Anteil der Firmen, die Erweiterungsinvestitionen vorsähen, befinde sich auf dem Vorjahresniveau. In der Industrie würden die Produktionskapazitäten nicht weiter ausgebaut. Im Baugewerbe sei dagegen eine Steigerung von 2,6 % vorgesehen.

Unsichere Absatzentwicklung und sinkende Erträge als Hemmnisse
Wichtigste Investitionshemmnisse sind die unsichere Absatzentwicklung und die sinkenden Erträge, wie die KOF weiter mitteilt. Finanzierungsengpässe seien nur für relativ wenige Firmen ein Thema. Der Anteil der Unternehmen ohne jegliche Investitionshemmnisse liege unverändert bei 12 %.

Erneut leicht zurückgehen dürften 2010 die Direktinvestitionen von Schweizer Firmen im Ausland. Nur die Bauunternehmen planten deutlich stärkere internationale Aktivitäten: Sie wollen in den Auf- und Ausbau eigener Vertriebsnetze investieren. Die Gründung eigener Produktionsstätten und Niederlassungen hat hingegen an Bedeutung verloren.

Wie beurteilen Unternehmen das wirtschaftliche Umfeld?
Auch bei der Planungssicherheit zeigten sich zwischen den Sektoren markante Unterschiede. Die Dienstleistungsunternehmen und das Baugewerbe sind für das laufende Jahr optimistisch: 95 % sind überzeugt, ihre Pläne umsetzen zu können. 2009 waren es noch 85 % gewesen. Der Industriesektor hat dagegen Zweifel: Nur 68 % (2009: 65 %) glauben, ihre Projekte verwirklichen zu können.

In den vorangegangenen Jahren hatten jeweils über 90 % der Unternehmen angegeben, die Realisierung ihrer Pläne sei «sicher» oder «sehr sicher».

Schweiz im KOF-Globalisierungsindex weiter auf Platz 4
Wie die KOF in einer weiteren Mitteilung schreibt, belegt die Schweiz im jüngsten Globalisierungsindex weiterhin den vierten Rang. Die Spitzenposition behielt Belgien, vor Österreich und den Niederlanden. Erhoben wird die wirtschaftliche, soziale und politische Dimension der Globalisierung.

Den deutlichsten Anstieg im KOF-Globalisierungsindex verzeichneten Entwicklungs- und Schwellenländer in Osteuropa und Zentralasien. Zwar sei die Globalisierung in den Industriestaaten und Westeuropa am höchsten, doch stagniere diese seit geraumer Zeit, schreibt die Konjunkturforschungsstelle.