Eine Studie bestätigt die Mühe vieler Schweizer Firmen, offene Stellen mit geeignetem Personal zu besetzen. Am stärksten gefragt sind laut dem Stellenvermittler Manpower qualifizierte Handwerkerinnen und Handwerker, Manager und Ingenieure.
| Roland A. Müller
Viele Schweizer Unternehmen haben zunehmend Schwierigkeiten, offene Stellen mit geeigneten Personen zu besetzen. Dies geht aus den Ergebnissen des Manpower-Arbeitsmarktbarometers hervor, einer vierteljährlich durchgeführten Umfrage unter 753 Unternehmen in der Schweiz. Mit 46% hatte fast die Hälfte der befragten Unternehmen Schwierigkeiten, geeignetes Personal zu finden. Dies sei der höchste Wert seit 2006 und auch im internationalen Vergleich überdurchschnittlich hoch.
An der Spitze der zehn begehrtesten Profile befinden sich Facharbeitende aus gelernten Berufen wie Elektriker, Maurer oder Schreiner. Nachdem Manager und Geschäftsführer im vergangenen Jahr nicht in der Rangliste auftauchten, befindet sich die Kategorie nun auf dem zweiten Platz. Der Mangel an Ingenieuren ist akuter geworden, sie sind vom sechsten auf den dritten Platz vorgerückt. Auf Rang vier der gefragtesten Fachkräfte finden sich in der diesjährigen Umfrage IT-Spezialisten. Hoch im Kurs waren auch Techniker, Ärztinnen, Köche, Buchhalter, Aussendienstmitarbeitende und Chauffeure.
Gemäss der Studie war das grösste Problem für die Unternehmen die zu kleine Auswahl an Kandidatinnen und Kandidaten. An zweiter Stelle nannten die Umfrageteilnehmer unzureichende Fachkompetenz. Dritthäufigstes Problem waren die mangelnden betriebswirtschaftlichen und akademischen Kenntnisse. Die Autoren der Studie schliessen aus den Ergebnissen, dass in der Schweiz ein Mangel an Talenten besteht: Es gibt zwar ein Überangebot an Arbeitskräften, aber nicht an qualifiziertem Personal.
Wenn über die Revision des Kriegsmaterialgesetzes (KMG) diskutiert wird, über die wir am 29. November abstimmen, stehen meist Fragen der Sicherheitspolitik im Zentrum. Die Vorlage passt die Regeln für die Ausfuhr und Wiederausfuhr von Kriegsmaterial an die veränderte sicherheitspolitische Lage in Europa an. Dabei wird häufig übersehen, dass die Vorlage auch eine Standort- und Innovationsfrage ist.
Der Ständerat hat bei den Lohnschutzmassnahmen im Rahmen des Vertragspakets Schweiz-EU wichtige Entscheide gefällt. Er folgt dabei in zentralen Punkten dem bundesrätlichen Vorschlag und stärkt die gemeinsam mit den Sozialpartnern erarbeiteten Lösungen beim Lohnschutz.
Pünktlich zum Lohnherbst kehren neben überhöhten Forderungen auch altbekannte Behauptungen zurück: Die Unternehmen behielten die Produktivitätsgewinne auf Kosten der Arbeitnehmenden für sich. Oder: Die Krankenkassenprämien stiegen stärker als die Löhne, weshalb es einen kräftigen Lohnaufschlag brauche. Warum stimmen beide nicht, und wie viel Lohn liegt 2027 drin?
Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerats (WAK-S) hat das von den Sozialpartnern zusammen mit dem Bund erarbeitete Paket zum Lohnschutz im Rahmen des Vertragspakets Schweiz–EU aufgeschnürt und Änderungen an mehreren Massnahmen beschlossen. Mit dem Beharren auf einer Kautionspflicht für ausländische Unternehmen nimmt die WAK-S eine Verletzung von EU-Recht in Kauf. Sie schwächt zudem die Unterstützung des Vertragspakets im Inland.