Schweiz bei Innovationen weltweit an der Spitze

10. März 2010 News

Die Schweiz nimmt im internationalen Innovationswettbewerb die Spitzenposition ein. Die anhaltend schwache Konjunktur dürfte jedoch laut Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) die Innovationstätigkeit der Schweiz erheblich schwächen, was sich wiederum negativ auf das mittelfristige Wachstumspotenzial auswirke.

Aufgrund eines breiten Spektrums von Indikatoren zeigt sich die Schweiz als innovativste Volkswirtschaft Europas, und zwar in der Industrie wie im Dienstleistungssektor. Auch im weltweiten Vergleich erweise sich die Mischung aus einem sehr innovativen KMU-Sektor und etlichen grossen multinationalen Firmen mit intensiver F&E (Forschung und Entwicklung) als besondere Stärke des «Innovationssystems Schweiz», teilt das Seco mit. Die Erhebung wurde im Herbst 2008, also kurz vor dem Wirtschaftseinbruch, von der Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich auf Basis ihres Unternehmenspanels von 6000 Firmen durchgeführt.

Andere Länder holen auf
Indessen hätten viele EU-Länder wie insbesondere Finnland, Dänemark, Belgien und Deutschland in den letzten 10 Jahren gegenüber der Schweiz Boden gut gemacht. Dies sei einerseits auf Fortschritte im Ausland zurückzuführen. Noch mehr ins Gewicht falle aber die Abnahme der Innovationstätigkeit der Schweiz in der Industrie in den 1990-er Jahren und im Dienstleistungssektor in den frühen 2000er-Jahren. Seither habe sich der Vorsprung der Schweiz zwar stabilisiert, er sei aber zum Teil nur noch klein.

Das Innovationsklima in der Schweiz sei günstig, schreibt das Seco weiter. Ein ungelöstes Problem bleibe aber der Mangel an qualifiziertem Personal. Dieser sei trotz starker Zuwanderung aus dem EU-Raum während des letzten wirtschaftlichen Aufschwungs zu einem Bremsfaktor geworden. Ein zweiter Engpass seien Schwierigkeiten bei der Innovationsfinanzierung. Unzureichende Eigenmittel seien für kleinere Unternehmen nach wie vor ein Problem.

Innovationstätigkeit in der Schweiz bereits rückläufig
Die Innovationsleistung folge der Konjunktur mit geringer Verzögerung. In schlechten Zeiten schwänden die Eigenmittel der Unternehmen, die meist zur Finanzierung von Innovationsaktivitäten herangezogen werden. Somit sei die Innovationstätigkeit der Schweiz bereits heute rückläufig. Eine Fortsetzung dieser Entwicklung werde das Wachstumspotenzial der Schweizer Wirtschaft mittelfristig beeinträchtigen, heisst es weiter.