Löhne stiegen 2009 so kräftig wie seit acht Jahren nicht mehr
Die Angestellten in der Schweiz verdienten im vergangenen Jahr trotz der Konjunkturbaisse deutlich mehr. Die Nominallöhne stiegen um 2,1 %, die Reallöhne dank gesunkener Teuerung gar um 2,6 %.
| Roland A. Müller
Die Hochkonjunktur der vorangegangenen Jahre führte 2009 zu einem deutlichen Anstieg der Löhne. Die Nominallöhne legten im Vergleich zu 2008 um durchschnittlich 2,1 % zu. Da die Konsumentenpreise gleichzeitig um 0,5 % sanken, erhöhten sich die Löhne real gar um 2,6 %. Die Reallöhne sind seit Beginn der Statistik im Jahr 1987 nie stärker als um 1,8 % gestiegen, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) mitteilte.
Auch der Anstieg der Nominallöhne um 2,1 % ist der stärkste der vergangenen acht Jahre. Seit 2005 sind sie stets gestiegen. Die Lohnentwicklung 2009 wurde allerdings im Herbst 2008 vereinbart, als die Auswirkungen der Finanzkrise in der Wirtschaft noch nicht vollständig spürbar waren, wie das BFS schreibt.
Am stärksten stiegen die Löhne nominal im Telekom-Markt, und zwar um 3,3 %. Dahinter folgen das Gastgewerbe (+2,4 %), die Öffentliche Verwaltung (+2,3 %) und der Detailhandel (+2,3 %). Trotz Finanzkrise stiegen die Löhne auch im Kreditgewerbe um 1,8 %. Das niedrigste Lohnwachstum verzeichneten die Wirtschaftszweige Verkehr (+1,6 %), Versicherungsgewerbe (+1,4 %) und Erbringung von sonstigen öffentlichen und persönlichen Dienstleistungen (+1,3 %).
Wenn über die Revision des Kriegsmaterialgesetzes (KMG) diskutiert wird, über die wir am 29. November abstimmen, stehen meist Fragen der Sicherheitspolitik im Zentrum. Die Vorlage passt die Regeln für die Ausfuhr und Wiederausfuhr von Kriegsmaterial an die veränderte sicherheitspolitische Lage in Europa an. Dabei wird häufig übersehen, dass die Vorlage auch eine Standort- und Innovationsfrage ist.
Der Ständerat hat bei den Lohnschutzmassnahmen im Rahmen des Vertragspakets Schweiz-EU wichtige Entscheide gefällt. Er folgt dabei in zentralen Punkten dem bundesrätlichen Vorschlag und stärkt die gemeinsam mit den Sozialpartnern erarbeiteten Lösungen beim Lohnschutz.
Pünktlich zum Lohnherbst kehren neben überhöhten Forderungen auch altbekannte Behauptungen zurück: Die Unternehmen behielten die Produktivitätsgewinne auf Kosten der Arbeitnehmenden für sich. Oder: Die Krankenkassenprämien stiegen stärker als die Löhne, weshalb es einen kräftigen Lohnaufschlag brauche. Warum stimmen beide nicht, und wie viel Lohn liegt 2027 drin?
Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerats (WAK-S) hat das von den Sozialpartnern zusammen mit dem Bund erarbeitete Paket zum Lohnschutz im Rahmen des Vertragspakets Schweiz–EU aufgeschnürt und Änderungen an mehreren Massnahmen beschlossen. Mit dem Beharren auf einer Kautionspflicht für ausländische Unternehmen nimmt die WAK-S eine Verletzung von EU-Recht in Kauf. Sie schwächt zudem die Unterstützung des Vertragspakets im Inland.