Die Exportstimmung bei den kleinen und mittleren Unternehmen in der Schweiz ist optimistischer als in den Vorquartalen. Laut dem Exportbarometer der Credit Suisse und des Aussenwirtschaftsförderers Osec sind die meisten Schweizer Exportbranchen gut positioniert, um von einer anziehenden Nachfrage aus dem Ausland zu profitieren.
| Roland A. Müller
Das CS-Exportbarometer notierte für das 2. Quartal bei einem Stand von -0,33 Punkten, was höher als im 1. Quartal und deutlich über der Wachstumsschwelle von -1 war. In den letzten Wochen gab es gemäss CS aber einen Rückgang. Ob dieser bereits das Ende der Beschleunigung anzeigt, wird sich zeigen.
Mehr Unternehmen erwarten mehr Exporte
Die KMU-Exportperspektiven der Osec zeigen ebenfalls eine Aufhellung an. Der Wert auf der Skala von 1 bis 100 erreicht aktuell 60,2 Punkte gegenüber 49,5 im Vorquartal. Werte über 50 signalisieren steigende Exporte. Die Osec errechnet ihre Skala aufgrund der Exportstimmung für das 2. Quartal und der effektiven Exporte im Vorquartal.
In den Osec-Perspektiven erwarten 38% der Unternehmen steigende Exporte nach 30,3% im Vorquartal. 50,5% sehen eine Stagnation, 11,5% einen Rückgang. Anfang 2012 hatten noch 26,5% der antwortenden Firmen mit einem Rückgang gerechnet.
Unterschiedliche Perspektiven
Für die Branchen rechnet das CS-Barometer bei der Metall-, Elektronik- und Präzisionsinstrumente-Industrie mit überdurchschnittlichen Exportaussichten. Die trübsten Perspektiven gibt es weiterhin bei der Papierindustrie.
In den Osec-Perspektiven ergeben sich deutliche Unterschiede. Hier ist die Konsumgüterindustrie am optimistischsten. Ebenfalls ein solides Exportwachstum sehen die Sparten Chemie/Pharma, Elektrotechnik, Dienstleistungen und Metallindustrie. Die Papierindustrie bildet das Schlusslicht und geht von Rückgängen aus.
Wenn über die Revision des Kriegsmaterialgesetzes (KMG) diskutiert wird, über die wir am 29. November abstimmen, stehen meist Fragen der Sicherheitspolitik im Zentrum. Die Vorlage passt die Regeln für die Ausfuhr und Wiederausfuhr von Kriegsmaterial an die veränderte sicherheitspolitische Lage in Europa an. Dabei wird häufig übersehen, dass die Vorlage auch eine Standort- und Innovationsfrage ist.
Der Ständerat hat bei den Lohnschutzmassnahmen im Rahmen des Vertragspakets Schweiz-EU wichtige Entscheide gefällt. Er folgt dabei in zentralen Punkten dem bundesrätlichen Vorschlag und stärkt die gemeinsam mit den Sozialpartnern erarbeiteten Lösungen beim Lohnschutz.
Pünktlich zum Lohnherbst kehren neben überhöhten Forderungen auch altbekannte Behauptungen zurück: Die Unternehmen behielten die Produktivitätsgewinne auf Kosten der Arbeitnehmenden für sich. Oder: Die Krankenkassenprämien stiegen stärker als die Löhne, weshalb es einen kräftigen Lohnaufschlag brauche. Warum stimmen beide nicht, und wie viel Lohn liegt 2027 drin?
Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerats (WAK-S) hat das von den Sozialpartnern zusammen mit dem Bund erarbeitete Paket zum Lohnschutz im Rahmen des Vertragspakets Schweiz–EU aufgeschnürt und Änderungen an mehreren Massnahmen beschlossen. Mit dem Beharren auf einer Kautionspflicht für ausländische Unternehmen nimmt die WAK-S eine Verletzung von EU-Recht in Kauf. Sie schwächt zudem die Unterstützung des Vertragspakets im Inland.