Die Zahl der Erwerbstätigen stieg in der Schweiz im letzten Quartal 2010 auf 4,621 Millionen, das sind 1,4% mehr als in derselben Vorjahresperiode. In der EU betrug der Zuwachs 0,3 %. Bei der Erwerbslosigkeit nimmt die Schweiz im europaweiten Vergleich einen Spitzenplatz ein.
| Roland A. Müller
Gemäss den Erhebungen des Bundesamts für Statistik (BFS) stieg die Zahl der Erwerbstätigen in der Schweiz im letzten Quartal des vergangenen Jahres auf 4,621 Millionen, das sind 1,4% mehr als in derselben Vorjahresperiode. Bei den Männern (+2,2%) fiel der Anstieg stärker aus als bei den Frauen (+0,4%), bei den Ausländern (+4,0%) stärker als bei den Schweizern (+0,4%). In der Europäischen Union (EU27) und in der Eurozone nahm die Zahl der Erwerbstätigen leicht um 0,3% zu.
Dagegen wurden im vierten Quartal 2010 in der Schweiz 187 000 erwerbswillige und -fähige Personen ohne Job gezählt. Das sind 29 000 weniger als ein Jahr zuvor. Gemäss Definition des Internationalen Arbeitsamtes (ILO) sank damit die Erwerbslosenquote in der Schweiz von 4,8% auf 4,2%. Im EU/EFTA-weiten Vergleich erzielten nur Norwegen (3,2%) und Österreich (4,1%) tiefere Werte. In der EU erhöhte sich die Erwerbslosenquote gemäss ILO von 9,3% auf 9,5%.
Speziell die Zahl der erwerbslosen 15- bis 24-Jährigen ging in der Schweiz deutlich zurück. Viele junge Erwachsene, die im dritten Quartal 2010 ihre Ausbildung abgeschlossen hatten, fanden offenbar rasch eine Arbeitsstelle. Die Erwerbslosenquote der Schweizer lag bei 3,1%, während jene für die ständig in der Schweiz wohnhaften Ausländer 7,6% betrug.
Wenn über die Revision des Kriegsmaterialgesetzes (KMG) diskutiert wird, über die wir am 29. November abstimmen, stehen meist Fragen der Sicherheitspolitik im Zentrum. Die Vorlage passt die Regeln für die Ausfuhr und Wiederausfuhr von Kriegsmaterial an die veränderte sicherheitspolitische Lage in Europa an. Dabei wird häufig übersehen, dass die Vorlage auch eine Standort- und Innovationsfrage ist.
Der Ständerat hat bei den Lohnschutzmassnahmen im Rahmen des Vertragspakets Schweiz-EU wichtige Entscheide gefällt. Er folgt dabei in zentralen Punkten dem bundesrätlichen Vorschlag und stärkt die gemeinsam mit den Sozialpartnern erarbeiteten Lösungen beim Lohnschutz.
Pünktlich zum Lohnherbst kehren neben überhöhten Forderungen auch altbekannte Behauptungen zurück: Die Unternehmen behielten die Produktivitätsgewinne auf Kosten der Arbeitnehmenden für sich. Oder: Die Krankenkassenprämien stiegen stärker als die Löhne, weshalb es einen kräftigen Lohnaufschlag brauche. Warum stimmen beide nicht, und wie viel Lohn liegt 2027 drin?
Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerats (WAK-S) hat das von den Sozialpartnern zusammen mit dem Bund erarbeitete Paket zum Lohnschutz im Rahmen des Vertragspakets Schweiz–EU aufgeschnürt und Änderungen an mehreren Massnahmen beschlossen. Mit dem Beharren auf einer Kautionspflicht für ausländische Unternehmen nimmt die WAK-S eine Verletzung von EU-Recht in Kauf. Sie schwächt zudem die Unterstützung des Vertragspakets im Inland.