2009: Mehr Arbeitslose und höhere Schulden bei der Arbeitslosenversicherung

8. Januar 2010 News

Die Arbeitslosigkeit stieg im Dezember 2009 in der Schweiz auf eine Quote von 4,4 % und erreichte damit den höchsten Stand seit 12 Jahren. Die Gesamtschulden der Arbeitslosenversicherung erreichten nach Schätzungen des Seco im letzten Jahr 5,6 Mrd. Fr., 2008 hatten sie noch 4,1 Mrd. Fr. betragen.

Der Ausgleichsfonds der Arbeitslosenversicherung schliesst im Rechnungsjahr 2009 nach Schätzungen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) mit einem Aufwandüberschuss von 1,43 Mrd. Fr. Im Vorjahr hatte noch ein Ertragsüberschuss von 0,62 Mrd. Fr. resultiert. 2009 betrugen die Prämieneinnahmen 5,27 Mrd. Fr. (2008: 5,0 Mrd.), der Gesamtertrag lag bei 6,18 Mrd. Fr. (2008: 5,71 Mrd.)  und der Gesamtaufwand 7,61 Mrd. Fr. (5,09 Mrd.) Die Gesamtschulden der Arbeitslosenversicherung erreichten damit im vergangenen Jahr 5,6 Mrd. Fr., im Vorjahr hatten sie noch 4,1 Mrd. Fr. betragen. Für das Jahr 2010 prognostiziert das Seco eine Gesamtschuld von 8,9 Mrd. Fr.
(Siehe auch Stellungnahme des Schweizerischen Arbeitgeberverbands «Arbeitslosenversicherung: Nationalrat für Sparmassnahmen» vom 09.12.09).

Arbeitslosenquote lag 2009 im Schnitt bei 3,7 %
Ein negatives Bild zeigen die Erhebungen des Seco auch bei der Arbeitslosigkeit. Ende Dezember 2009 waren bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) insgesamt 172 740 Personen als Arbeitslose registriert. Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum Vormonat von 4,2 % auf 4,4 %, die Zunahme war wiederum vorab auf saisonale Faktoren zurückzuführen. Höher war die Quote letztmals im März 1998 mit 4,6 % gewesen. Die Arbeitslosenquote unter den 15- bis 24-Jährigen stieg im Dezember 2009 im Vergleich zum Vormonat um 0,1 % auf 5,4 %; insgesamt waren 29 672 Jugendliche ohne Arbeitsstelle. Die Statistik des Seco zeigt zudem, dass vor allem Ausländer von der Arbeitslosigkeit betroffen sind. Deren Quote stieg von 8,1 % auf 8,6 %. Die Arbeitslosenquote bei den Schweizern nahm von 3,0 % auf 3,1 % zu.

Im Jahresdurchschnitt 2009 betrug die Arbeitslosenquote 3,7 % (2008: 2,6 %). Die Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten haben auf dem Schweizer Arbeitsmarkt deutliche Spuren hinterlassen. Nachdem in den Arbeitslosenzahlen noch  2008 sowohl der tiefste Monatswert als auch das tiefste Jahresmittel seit 6 Jahren ausgewiesen wurden, stieg die Zahl der Arbeitslosen Laufe des Jahres 2009 insgesamt um über 50 000 Personen. Abgesehen vom Mai nahm die Zahl der Arbeitslosen Monat für Monat zu. Für die Jahre 2010 und 2011 erwartet das Seco jeweils eine Quote von 4,9 %, was ungefähr rund 192 000 Arbeitslosen entspricht.

Auch Kurzarbeit nahm zu
Laut Seco waren im Oktober 2009 in der Schweiz rund 54 000 Personen von Kurzarbeit betroffen. Die Zahl der betroffenen Betriebe erhöhte sich im Vergleich zum Vormonat um 76 (2,1 %) auf 3637. Die ausgefallenen Arbeitsstunden nahmen um rund 105 000 (3,7 %) auf über 2 961 000 Stunden zu. In der entsprechenden Vorjahresperiode (Oktober 2008) waren rund 81 000 Ausfallstunden registriert worden, welche sich auf knapp 1200 Personen in 85 Betrieben verteilt hatten.