Studien zeigen: Dem Wirtschaftsstandort Schweiz fehlen bald 32 000 Informatiker
Bis in sieben Jahren fehlen der Schweiz laut zwei Studien 32 000 IT-Fachkräfte. Falls keine Gegenmassnahmen getroffen würden, gefährde der ICT-Fachkräftemangel den Wirtschaftsstandort, sind sich Fachleute einig. Sie wollen daher 3000 entsprechende Ausbildungsplätze schaffen.
| Roland A. Müller
Das Thema ist bekannt: Seit etlichen Jahren kämpfen Exponenten der Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) um qualifizierten Nachwuchs. Zahlreiche Förderungsmassnahmen brachten bis heute jedoch nicht den erhofften Erfolg, kommt eine von zwei neuen Studien zum Schluss. Beide Studien zeigen, dass bis in sieben Jahren in der ICT auf allen Stufen rund 72 000 Fachkräfte nötig sind. 55% davon seien durch Absolventen und Migration gedeckt. 32 000 Fachkräfte dürften bis 2017 fehlen, falls keine Gegenmassnahmen getroffen würden.
Das Berufsfeld der ICT sei mit einem BIP‐Anteil von 5% oder 25 Mrd. Franken pro Jahr «von entscheidender Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit des Innovations- und Technologiestandorts Schweiz», so lautet eine entsprechende Mitteilung. Zwei Drittel aller ICT‐Beschäftigten arbeiteten nicht wie oftmals vermutet in ICT‐Unternehmen, sondern vor allem in Banken, Versicherungen und Dienstleistungsbetrieben.
Der Verband ICT‐Berufsbildung Schweiz will nun bis 2017 die Anzahl der Absolventen der Berufsbildung verdoppeln. Die neue nationale Organisation der Arbeit wird dabei von der Stiftung IT‐Berufsbildung Schweiz und dem Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) unterstützt. Die Massnahmen sollen helfen, dass bis ins Jahr 2017 der Anteil an Lernenden in der Grundausbildung pro hundert Angestellte 5,4% beträgt. Dadurch sollen im Berufsfeld der ICT 3000 Ausbildungsplätze für junge Frauen und Männer entstehen.
Wenn über die Revision des Kriegsmaterialgesetzes (KMG) diskutiert wird, über die wir am 29. November abstimmen, stehen meist Fragen der Sicherheitspolitik im Zentrum. Die Vorlage passt die Regeln für die Ausfuhr und Wiederausfuhr von Kriegsmaterial an die veränderte sicherheitspolitische Lage in Europa an. Dabei wird häufig übersehen, dass die Vorlage auch eine Standort- und Innovationsfrage ist.
Der Ständerat hat bei den Lohnschutzmassnahmen im Rahmen des Vertragspakets Schweiz-EU wichtige Entscheide gefällt. Er folgt dabei in zentralen Punkten dem bundesrätlichen Vorschlag und stärkt die gemeinsam mit den Sozialpartnern erarbeiteten Lösungen beim Lohnschutz.
Pünktlich zum Lohnherbst kehren neben überhöhten Forderungen auch altbekannte Behauptungen zurück: Die Unternehmen behielten die Produktivitätsgewinne auf Kosten der Arbeitnehmenden für sich. Oder: Die Krankenkassenprämien stiegen stärker als die Löhne, weshalb es einen kräftigen Lohnaufschlag brauche. Warum stimmen beide nicht, und wie viel Lohn liegt 2027 drin?
Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerats (WAK-S) hat das von den Sozialpartnern zusammen mit dem Bund erarbeitete Paket zum Lohnschutz im Rahmen des Vertragspakets Schweiz–EU aufgeschnürt und Änderungen an mehreren Massnahmen beschlossen. Mit dem Beharren auf einer Kautionspflicht für ausländische Unternehmen nimmt die WAK-S eine Verletzung von EU-Recht in Kauf. Sie schwächt zudem die Unterstützung des Vertragspakets im Inland.