Finanzmarktkrise hinterlässt Spuren bei den Sozialversicherungen

16. Juli 2010 News

Die Finanzkrise hat sowohl bei den Einnahmen und Ausgaben als auch bei den Vermögensanlagen der Sozialversicherungen deutliche Spuren hinterlassen. Anderseits zeige sich, dass die Leistungen der Sozialversicherungen in Krisenzeiten auch einen Beitrag zur Unterstützung der Konjunktur leisteten. Zu diesen Schlüssen kommt der Jahresbericht 2009 des Bundesrates über die Sozialversicherungen.

Der Jahresbericht «Sozialversicherungen 2009» liefert eine Gesamtschau über die gegenwärtige Situation und die Perspektiven der Sozialversicherungen sowie einen Überblick über die aktuellen politischen Diskussionen. Ein Themenschwerpunkt befasst sich mit der Finanzmarktkrise und deren Auswirkungen auf die Sozialversicherungen der Schweiz.

«Zu früh für abschliessende Bilanz»
Die Krise hatte Auswirkungen sowohl auf die Einnahmen und Ausgaben als auch auf die Vermögensanlagen, wie das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) zum Bericht schreibt. Anderseits zeigt sich laut dem Bericht, dass die Sozialversicherungsleistungen in Krisenzeiten auch zur Unterstützung der Konjunktur beitragen. Für eine abschliessende Bilanz sei es zu früh, da auch mit Effekten zu rechnen sei, die sich erst mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung bemerkbar machten, schreibt das EDI.

Die Zahlen zu den einzelnen Versicherungen waren bereits bekannt. Am stärksten von der Konjunktur abhängig sind die Leistungen der Arbeitslosenversicherung. Nachdem diese 2008 mit 3,5 Mrd. Fr. einen Tiefstand erreicht hatten, kletterten sie 2009 in die Höhe und erreichten 6 Mrd. Fr. Von diesem Anstieg dürften gemäss Bericht 2 Mrd. Fr. direkt auf die Wirtschaftskrise zurückzuführen sein.

2008: Wertverminderung von 94 Mrd. Fr. bei beruflicher Vorsorge
Die Finanzmarktkrise hatte deutliche Auswirkungen auf den Kapitalwert und die Entwicklung des Kapitalertrags vor allem der beruflichen Vorsorge und der Unfallversicherung. Der Wert des Finanzkapitals der 2.Säule sank im Jahr 2008 um 94 Mrd. Fr., was einem Rückgang um 15% entspricht. Rund die Hälfte der Vorsorgeeinrichtungen befand sich laut EDI Ende 2008 in Unterdeckung, gegenüber 3% Ende 2007. Die Erholung der Finanzmärkte im Jahr 2009 und die getroffenen Sanierungsmassnahmen haben dafür gesorgt, dass die Lage in der Zwischenzeit wieder verbessert werden konnte, schreibt das EDI.