In der Herbstsession befasst sich der Ständerat mit dem Vorschlag des Bundesrats zur Änderung des Berufsbildungsgesetzes. Folgt er einem scheinbar kleinen Änderungsantrag seiner Kommission, stellt das ein durchdachtes Konzept völlig auf den Kopf. Die unbestrittene Stärkung der höheren Berufsbildung wäre über Jahre hinaus blockiert.
Im grossen NZZ-Streitgespräch diskutieren Paul Rechsteiner, Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds, und Roland A. Müller, Direktor des Schweizerischen Arbeitgeberverbands über die Altersvorsorge. Die Pensionäre seien auf 10 Prozent höhere Renten angewiesen, wie die AHVplus-Initiative sie verlangt, sagt Rechsteiner. Diese gefährde den Generationenvertrag und unterstütze auch solche, die es gar nicht nötig hätten, erklärt Müller.
Der Umgang mit Veränderungen, die Geschäftsleitung und die Vergütung: Das sind die herausragenden Qualitäten jener Unternehmen, die am «Swiss Arbeitgeber Award» 2016 ausgezeichnet wurden. Arbeitgeberpräsident Valentin Vogt freute sich mit den Gewinnern und rief in seiner Festansprache dazu auf, das Erfolgsmodell Schweiz zu verteidigen.
Nächste Woche starten im nationalen Parlament die Beratungen zur Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative. Ein vom Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich entwickelter Indikator konkretisiert die Umsetzung des Inländervorrangs. Der Indikator misst die Intensität des Fachkräftemangels in 97 Berufen und kann als Grundlage eines Inländervorrangs für Berufe ohne Mangel vorgesehen werden. Der Schweizerische Arbeitgeberverband begrüsst das Berufsgruppen-Modell als zielführend, weil es nicht ganze Branchen betrifft sowie regional und zeitlich befristet wirkt.
Die Lohnverhandlungen für das kommende Jahr stehen demnächst an – höchste Zeit also, dass die Gewerkschaften ihre Maximalforderungen platzieren. Seitens der Arbeitgeber fällt der Spielraum für Lohnerhöhungen branchen- oder sogar betriebsabhängig unterschiedlich aus. Insgesamt ist trotz des jüngst beschleunigten Wirtschaftswachstums nach wie vor eine gewisse Zurückhaltung angebracht.
Ein guter Arbeitgeber zu sein und gar dafür ausgezeichnet zu werden, ist ein schöner Erfolg. Ein Award allein genügt aber nicht, um die wirtschaftliche Prosperität des eigenen Unternehmens zu sichern. Nein, dazu braucht es auch günstige politische Rahmenbedingungen. Schon seit geraumer Zeit verdüstern jedoch einige dunkle Wolken den sonst so klaren Horizont. Deshalb braucht es neben gekonnten Bremsmanövern auch Biss und die Hartnäckigkeit, unaufhörlich auf die Gefahren für unsere Wirtschaft aufmerksam zu machen.