Wir zeigen Gesicht: Nicole Meier

13. August 2019 5 Fragen an...

In loser Folge stellen wir die Mitarbeiter der Geschäftsstelle des Schweizerischen Arbeitgeberverbands (SAV) vor. Nicole Meier ist Ressortleiterin Bildung beim SAV und zeigt in ihrem Arbeitsalltag in Bern und Zürich Herzblut für die Berufsbildung und das lebenslange Lernen.

Sie sind beim Schweizerischen Arbeitgeberverband (SAV) für das Dossier «Bildung» zuständig. Wo liegen derzeit Ihre Schwerpunkte?

Der SAV setzt sich für eine starke Berufsbildung ein. Zusammen mit den Verbundpartnern, sprich mit den Sozialpartnern, Kantonen und dem Bund, haben wir die Strategie Berufsbildung 2030 ins Leben gerufen. Dazu gehören über 20 Projekte mit dem Ziel, die Aus- und Weiterbildung in der Berufsbildung weiterzuentwickeln. Für mich gibt es insbesondere vier Schwerpunkte: Bei der Berufswahl sollen die Instrumente und Informationen zu den verschiedenen Berufswelten optimal aufeinander abgestimmt und bereitgestellt werden, das heisst online wie offline zum Beispiel bei den Berufsinformationszentren. Zweitens das lebenslange Lernen, wobei es vor allem um die Erwachsenenweiterbildung geht. Dabei wollen wir die verschiedenen Eintritts-  und Abschlussmöglichkeiten stärken, die Anrechnungen von Bildungs- und Praxiserfahrungen sowie die Finanzierung sicherstellen und die Berufs-, Studien und Laufbahnberatung stärken. Als dritten Punkt nenne ich die Berufsentwicklung. Das bedeutet, dass die Strukturen und Rahmenbedingungen stimmen müssen, damit sich die Berufe stets und rasch gemäss den neuen Anforderungen aus der Wirtschaft weiterentwickeln können. Viertens die Governance, also die Steuerung der Berufsbildung. Unser Fokus liegt auf der Gewährleistung, dass die Wirtschaft systematisch in den Meinungsbildungsprozess einbezogen wird.

 

Beim Schweizerischen Arbeitgeberverband kann ich auf nationaler Ebene Akzente setzen.

Sie sind erst kürzlich zum SAV gestossen. Weshalb haben sie sich für diese Stelle entschieden?

Grundsätzlich, weil ich mich schon immer gerne für die Bildung eingesetzt habe. Und beim SAV kann ich in diesem Bereich auf nationaler Ebene Akzente setzen. Ausserdem übernehme ich gerne Verantwortung, was ich in dieser Position wahrnehmen kann.

 

 

Zuvor waren sie bereits bei einem Verband tätig. Was macht für sie die Verbandsarbeit aus?

Ich finde den Kontakt zu den verschiedenen Institutionen, Mitgliedern und involvierten Personen spannend, also das Zusammenspiel der diversen Parteien. Ich muss immer wieder versuchen, mehrere Interessen und Wünsche zusammenzubringen und alle zu motivieren. Am Schluss sollte immer die Sache im Vordergrund stehen: Das Ziel, unser starkes duales Bildungssystem weiterzuentwickeln.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist bei Ihnen ein grosses Thema. Wie schaffen Sie es, diese beiden Welten unter einen Hut zu bringen?

Die wichtigste Grundvoraussetzung ist wohl, dass ich gerne Mutter bin und meine Arbeit liebe. Ich will arbeiten und mich einbringen. Aber ich habe mich bewusst für eine Familie und fürs Muttersein entschieden. Ich bin dankbar, einen Arbeitgeber zu haben, der mir Vertrauen schenkt und es mir ermöglicht, eine verantwortungsvolle Position mit einem 80-Prozent-Pensum wahrzunehmen, sodass ich beiden Ansprüchen genügen kann. In den letzten Jahren habe ich meine Hobbys zurückgeschraubt und mich auf Familie und Arbeit konzentriert. Klar, es ist eine Investition, aber es wird auch wieder andere Zeiten geben, in denen ich vermehrt meinen privaten Interessen nachgehen kann. Bis dann geniesse ich die Zeit mit den Kindern sehr. Aber natürlich ist auch das persönliche Netzwerk sehr wichtig, also mein Mann, der Vollzeit arbeitet,  die Grosseltern sowie die Spielgruppe und Kita – das alles muss harmonieren; und ich stelle die Logistik (lacht). Ich will auf keinen Fall eine der beiden Welten missen.

Sie wohnen in Bern und arbeiten in Zürich. Wie erleben sie das Pendeln?

Das Reisen und damit das mobile Arbeiten, bin ich mir von meinen bisherigen Stellen gewohnt. Ausserdem habe ich das Glück, dass viele Sitzungen im Bereich Bildung in Bern stattfinden und der SAV in Bern ein Büro hat. Ich würde sagen, dass ich etwa die Hälfte der Zeit zwischen Zürich und Bern pendle. Gleichzeitig kann ich aber auch im Zug arbeiten und daher bereits einiges auf dem Weg ins Büro erledigen.