Die Bevölkerung wird immer älter und immer mehr Menschen kommen in den nächsten Jahren ins Pensionsalter. Unser Vorsorgesystem muss entsprechend an die neuen Gegebenheiten angepasst werden. Ansonsten droht der AHV schon bald das Geld auszugehen. Es ist deshalb höchste Zeit zu handeln und die AHV mit der Reform AHV 21 finanziell zu stabilisieren. Nur wenn das Sozialwerk strukturell an die demografischen Realitäten angepasst wird, kann es nachhaltig für sichere Renten sorgen.

Der Reformstau

Die AHV blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, wobei die jüngere Vergangenheit stark von gescheiterten Reformen geprägt ist.

1. Januar 1997

Die 10. AHV-Revision tritt in Kraft

Die 10. AHV-Revision, die 1995 von 60,7 Prozent der Stimmberechtigten befürwortet worden war, tritt in Kraft. Im Zuge dieser Revision wurde das Rentenalter der Frauen in einem ersten Schritt im Jahr 2001 auf 63 und in einem zweiten Schritt im Jahr 2005 auf 64 Jahre erhöht. Zudem wurde der Vorbezug der Rente und das Ehegattensplitting ermöglicht.

1. Januar 1999

Erhöhung der Mehrwertsteuer zugunsten der AHV

Im Jahr 1997 beantragte der Bundesrat auf das Jahr 1999 die Einführung des Demographie-Prozents: Zur Finanzierung der demographiebedingten Mehrausgaben bei der AHV soll der ordentliche Mehrwertsteuersatz um einen Prozentpunkt erhöht werden. Das Parlament folgte dem Antrag und das Referendum wurde nicht ergriffen. Somit verfügt die AHV seit 1999 über eine weitere Einnahmequelle, und erstmals direkt über Steuermittel.

16. Mai 2004

Die 11. AHV-Revision wird an der Urne verworfen

Die 11. AHV-Revision wurde vom Volk an der Urne verworfen. Sie beinhaltete unter anderem eine Anhebung des Rentenalters der Frauen auf 65 Jahre und eine Erhöhung der Mehrwertsteuer zugunsten der AHV.

1. Oktober 2010

Das Parlament versenkt auch die Folgevorlage zur 11. Revision

Eine unheilige Links-Rechts-Allianz versenkt im Parlament auch die Folgevorlage zur 11. AHV-Revision und damit eine Anhebung des Frauenrentenalters auf 65 Jahre sowie eine Flexibilisierung des Altersrücktritts.

24. September 2017

Altersvorsorge 2020 scheitert am Volk

Auch die bis anhin letzte AHV-Reform, die Altersvorsorge 2020, scheitert am Volk. Sie enthielt eine Anhebung des Frauenrentenalters auf 65 Jahre, eine Flexibilisierung des Altersrücktritts und eine Zusatzfinanzierung durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer. Für die betroffenen Generationen sah sie aber auch Kompensationsmassnahmen zum Erhalt des Rentenniveaus vor.

25. September 2022

AHV 21 kommt zur Abstimmung

Das wichtigste Sozialwerk hat trotz einer immer akuteren finanziellen Schieflage seit 25 Jahren keine Revision erfahren. Nun haben es die Schweizerinnen und Schweizer erneut in der Hand, die AHV nach jahrelangem Reformstau in stabilere Gewässer zu manövrieren.