Erwerbsarbeit trotz Handicap: Engagement der Arbeitgeber trägt Früchte – Kooperation muss verstärkt werden

18. August 2014,  News

«Arbeit vor Rente» – für dieses gesellschaftliche und wirtschaftliche Ziel setzen sich Arbeitgeber im Rahmen verschiedener Initiativen ein. Mit Erfolg: In den letzten 10 Jahren hat sich die Zahl der IV-Neurenten mehr als halbiert. Damit die Integration und Reintegration beeinträchtigter Menschen noch besser gelingt, müssen die Kräfte gebündelt werden. Der Schweizerische Arbeitgeberverband engagiert sich denn auch schon länger für ein Zusammenführen der drei Initiativen FER, Concerto und Compasso.

Für Gesellschaft und Wirtschaft ist es wichtig, dass Menschen am Erwerbsleben teilnehmen. Deshalb engagieren sich die Arbeitgeber für die Arbeitsmarktfähigkeit von Menschen mit physischen oder psychischen Beeinträchtigungen. Gesunde Sozialwerke sind ein wesentlicher Faktor der sozialen Sicherheit und des sozialen Friedens und sorgen damit nicht zuletzt für gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Vor dem Hintergrund der demografischen Alterung ist die Nutzung der inländischen personellen Ressourcen zudem umso bedeutender.

Der Schweizerische Arbeitgeberverband setzt sich deshalb stark für die arbeitsmarktliche Integration und Reintegration von handicapierten Menschen ein. Er ist in verschiedenen Organisationen federführend, die sich diesem Ziel verschrieben haben: im Patronat von FER, einem Think-Tank von Unternehmen, Versicherungen und IV, der Instrumente zur Früherkennung entwickelt, oder in der Trägerschaft des Vereins Compasso, einer Praxis-Plattform für Arbeitgeber, für die sich Versicherungen, Behindertenorganisationen und Arbeitgeber engagieren.

Eine weitere arbeitgeberseitige Initiative ist der Verein Concerto. Ziel: eine bessere Zusammenarbeit der beteiligten Akteure – Arbeitgeber, IV-Stellen und Versicherungen – bei der Eingliederung und Wiedereingliederung beeinträchtigter Menschen. Der Verein wurde 2011 lanciert, 2013/2014 wurde er wissenschaftlich evaluiert. Der nun vorliegende Schlussbericht stellt Concerto ein gutes Zeugnis aus: Dank der Initiative können Arbeitsplätze erhalten werden – da sie frühes Handeln unterstützt, die Prozesse beschleunigt und zu einer koordinierten Lösungsfindung beiträgt.

Das Engagement der Arbeitgeber und der entsprechenden Initiativen trägt Früchte: In den letzten 10 Jahren hat sich die Zahl der IV-Neurenten mehr als halbiert. Die Neurenten gingen von 28’000 im Jahr 2003 auf 13’800 im Jahr 2013 zurück. Damit die Integration und Reintegration von handicapierten Menschen noch besser gelingt, bedarf es einer verstärkten Mit- und Zusammenarbeit aller betroffenen Akteure. Die Evaluation von Concerto sowie eine frühere Überprüfung des Think-Tanks FER empfehlen denn auch eine Zusammenführung der beiden Initiativen. Dieses Fazit entspricht den Bedürfnissen der Arbeitgeber sehr. Der Schweizerische Arbeitgeberverband engagiert sich nämlich schon länger für ein Zusammenlegen der Engagements FER, Concerto und Compasso.

Die entsprechenden Arbeiten sind auf gutem Weg. Künftig sollen Arbeitgeber, insbesondere auch KMU, noch besser beim Erhalt der Erwerbsfähigkeit und bei der Wiedereingliederung von beeinträchtigten Menschen unterstützt werden. Auch gilt es, die Ärzte vermehrt einzubeziehen. Erfreulicherweise ziehen im Rahmen dieser Arbeiten alle Akteure am gleichen Strick: IV, Suva, Privatversicherer, Behindertenorganisationen und Arbeitgeber. Sie alle haben erkannt: Nur gemeinsam gelingt es, das wertvolle Ziel «Arbeit vor Rente» zu erreichen.