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Jahresbericht-2014-epaper

GESCHÄTZTE MITGLIEDERORGANISATIONEN SEHR GEEHRTE DAMEN UND HERREN Das Schweizer Wirtschaftswachstum fiel 2014 vo- latil aus. Im Inland begann der sogenannte «Super- Zyklus», getrieben durch tiefe Zinsen, einen Im- mobilienpreis-BoomundhoheZuwanderungsraten, als Wachstumstreiber an Kraft zu verlieren. Dies führte in den meisten mehrheitlich binnenorien- tierten Dienstleistungsbranchen im Berichtsjahr zu einer schwächeren Dynamik. Davon waren Han- del und Unternehmensdienstleister ebenso betrof- fen wie die staatsnahen Branchen Unterrichts-, Gesundheits- und Sozialwesen. Letztere bekamen unter anderem den wachsenden Spardruck bei den öffentlichen Haushalten zu spüren. Für die Bau- branche hingegen verlief das Berichtsjahr dank weiterhin tiefen Zinsen und einer starken Planungs- tätigkeit in den Vorjahren sehr dynamisch. Im Ge- gensatz zu den binnenorientierten Dienstleistungs- branchen gewann die Exportindustrie etwas an Fahrt – wenn auch deutlich weniger stark als erwar- tet und nicht flächendeckend. LIBERALER ARBEITSMARKT UNTER DRUCK Am 9. Februar 2014 nahm das Stimmvolk mit 50,3 Prozent die Masseneinwanderungs-Initiative (MEI) der SVP an. Diese verlangt einen Systemwechsel in der Zuwanderungspolitik. Sie will die Zuwan- derung begrenzen, indem der Staat Höchstzahlen für Bewilligungen im Ausländer- und Asylbereich festlegt. Die Umsetzung der MEI dominierte die Arbeiten des Schweizerischen Arbeitgeberver- bands (SAV) im Berichtsjahr. So engagierte er sich in der Expertengruppe des Bundes zur Umset- zung von Artikel 121a der Bundesverfassung mit einem eigenen Modell nahe am Freizügigkeitsab- kommen und brachte die Idee einer Schutzklausel in die Diskussion ein, um in den explorativen Ge- sprächen mit Europa einen Schritt weiterzukom- men. Der Bundesrat gab am 11. Februar 2015 seine Vorstellungen zur Umsetzung in die Vernehmlas- sung. Er setzt die MEI eng um und verzichtet auf eine Schutzklausel. Der SAV wird hierzu in seiner Vernehmlassungsantwort kritisch, aber konstruk- tiv Stellung nehmen. Parallel dazu lancierte der SAV das Projekt «Zu- kunft Arbeitsmarkt Schweiz», mit dem das Inlän- derpotenzial gefördert wird. Dank systematischer Aufarbeitung und Darstellung von Best-Practice- Beispielen zur Erzeugung eines Nachahmungsef- fekts sowie der Formulierung von Zielen und einer geplanten Messung der Zielerreichung soll der In- ländervorrang freiwillig umgesetzt werden. Ein weiterer Angriff auf den flexiblen und freien Arbeitsmarkt erfolgte durch die Abstimmung über die Mindestlohn-Initiative am 18.Mai 2014, die der SAV mit aller Deutlichkeit bekämpft hatte und die mit 76,3 Prozent klar abgelehnt wurde. Zudem wurde am 30.November 2014 die vom SAV vehe- ment bekämpfte Ecopop-Initiative «Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen» deutlich mit 74,1 Prozent ver- worfen. Im Berichtsjahr wurden in einer Seco-Arbeits- gruppe die Flankierenden Massnahmen zur Perso- nenfreizügigkeit (FlaM) diskutiert, woraufhin der Bundesrat verschiedene Anpassungen in die Ver- nehmlassung gab. Der SAV setzte sich von Beginn weg zwar für eine Optimierung des Vollzugs ein, wandte sich jedoch gleichzeitig konsequent gegen einen Ausbau der FlaM. Demzufolge nahm er kri- tisch zu entsprechenden Vorschlägen Stellung. Erfreulicherweise konnte schliesslich im Februar 2015 – nach langen Verhandlungen im Berichts- jahr – eine Lösung im Thema Arbeitszeiterfas- sung gefunden und ein Sozialpartnerkompromiss abgeschlossen werden. REFORM DER ALTERSVORSORGE Neben zahlreichen arbeitsmarktlichen Themen stand das Berichtsjahr ganz im Zeichen der Reform der Altersvorsorge 2020. Der SAV legte im Rahmen dieser Vernehmlassung einen konstruktiven Lö- EDITORIAL Roland A. Müller, Direktor, und Valentin Vogt, Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbands

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