Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

Jahresbericht-2014-epaper

Im März 2014 wurde eine Empfehlung für einen «Qualitätsrahmen für Praktika» verabschiedet. Er sieht unter anderem vor, dass sogenannte «frei­ willige Praktika» auf einer schriftlichen Vereinba­ rung basieren, welche die Lernziele und Prakti­ kumsbedingungen festlegt. DUALE BERUFSBILDUNG Gemeinsam mit den Arbeitgeberorganisationen Deutschlands, Österreichs, Dänemarks und der Niederlande hat sich der Schweizerische Arbeitge­ berverband auch im vergangenen Jahr für die Ver­ breitung des dualen Bildungssystems in Europa ein­ gesetzt. Der Verband beteiligt sich an einem durch die EU finanzierten Projekt von Businesseurope zum Erfahrungsaustausch zwischen Arbeitgeber­ organisationen zu den existierenden Systemen der dualen Berufsbildung für EU­Mitgliedstaaten, die an der Einführung der dualen Berufsbildung in ihrem Land interessiert sind. Das Projekt ist auf zwei Jahre ausgelegt. Ausserdem konnte der SAV das Schweizer Berufsbildungssystem im Rahmen der «12. International Education Business Partner­ ship Conference» vorstellen, die im September 2014 in Brüssel stattfand. REVISION DER ARBEITSZEITRICHTLINIE Die Richtlinie 2003/88/EG legt für die EU­Staaten gemeinsame Grundsätze und Mindestvorschriften für die maximale Arbeitszeit und Ruhezeiten zum Schutz der Arbeitnehmenden fest. Sie sollte seit 2010 im Rahmen einer zweistufigen Konsultation von Vertretern von Arbeitnehmern und Arbeitge­ bern auf europäischer Ebene und einer eingehen­ den Folgenabschätzung überarbeitet werden. Die Sozialpartner haben gemäss Artikel 155 des Ver­ trags über die Funktionsweise der Europäischen Union (AEUV) das Recht, die Arbeitszeit selbst aus­ zuhandeln. Bislang konnten sie sich jedoch nicht auf einen Kompromiss einigen: Die Unternehmen wollten mehr Flexibilität, die Gewerkschaften hin­ gegen mehr und wirkungsvolleren Schutz. Nun kommt der Kommission die Aufgabe zu, die Arbeits­ zeitrichtlinie zu überarbeiten. Eine öffentliche Kon­ sultation zur Änderung der Richtlinie wurde im März 2015 abgeschlossen. Darüber hinaus nahm der Schweizerische Arbeit­ geberverband im Berichtsjahr an zwei Präsiden­ tenkonferenzen sowie drei Sitzungen des «Social Affairs Committee» teil und brachte sich damit wiederum aktiv in Brüssel ein. tiger Sicht gesagt werden, dass die Schweiz die ESC höchstens auf der Grundlage der Überprüfung ra­ tifizieren kann, die sich auf die neun Artikel des harten Kerns der ESC erstreckt. Hinzu kommt, dass bestimmte Artikel aus dem harten Kern, die vom Bundesrat zur Annahme empfohlen wurden, für die Schweiz Probleme aufwerfen könnten. Sie be­ rühren heikle Themen wie zum Beispiel das Ver­ einigungsrecht (Artikel 5) und das Recht auf Kol­ lektivverhandlungen, in welches das Streikrecht einbezogen ist (Artikel 6). Trotz der Veröffentlichung des bundesrätlichen Be­ richts vom Juli 2014 hält der SAV an seiner Ableh­ nung der ESC fest. Die Charta ist Ausdruck eines philosophischen und politischen Willens, sämtli­ chen europäischen Ländern einen Ausbau der so­ zialen Sicherheit und der Sozialleistungen aufzu­ erlegen. Dieser einzig auf dem Recht gründende Ansatz könnte die liberal geprägte Orientierung un­ seres Sozialsystems und unseres Arbeitsmarkts in­ frage stellen. Die in der Europäischen Sozialcharta niedergelegten Rechte sind dynamische Rechte, die Gegenstand einer weitreichenden Auslegung von Seiten der Kontrollorgane des Europarats bilden. Es besteht die Gefahr, dass ein paar wenige Exper­ ten der Schweiz ihre Sichtweise aufzwingen. BUSINESSEUROPE 2014 waren die Aktivitäten des Europäischen Wirt­ schaftsdachverbands Businesseurope von den Wahlen für das europäische Parlament und vor allem vom Wechsel der Europäischen Kommissio­ nen geprägt. Mit den Wahlen im Mai wurden ent­ scheidende Weichenstellungen für die politische Ausrichtung der Europäischen Union in den kom­ menden fünf Jahren vorgenommen. Der neue Kom­ missionspräsident Jean­Claude Juncker hat die EU­ Kommission politisch auf Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Jobs ausgerichtet. Junckers «Politi­ sche Leitlinien» für die nächsten fünf Jahre enthal­ ten zehn überwiegend wachstumsrelevante Prio­ ritäten, etwa die Stärkung von Investitionen und die Schaffung einer Energieunion. Der Europäische Soziale Dialog soll aufgewertet und die Sozialpartner sollen verstärkt eingebun­ den werden. Insbesondere sollen sie bei der Ver­ tiefung der Europäischen Wirtschafts­ und Wäh­ rungsunion eine verstärkte Rolle spielen.

Seitenübersicht