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Jahresbericht-2014-epaper

INTERNATIONALE ARBEITSORGANISATION Die Internationale Arbeitsorganisation (IAO) ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen für Arbeitsfragen und die einzige tripartite inter­ nationale Organisation. In ihr vertreten sind Arbeit­ geber und Arbeitnehmer aus der ganzen Welt (über die jeweiligen nationalen Organisationen) sowie Regierungen. Oberstes Organ der IAO ist die Inter­ nationale Arbeitskonferenz (IAK). Der Schweizeri­ sche Arbeitgeberverband (SAV) stellt jedes Jahr die Arbeitgebervertretung für die IAK zusammen. Die 103. Sitzung der Internationalen Arbeitskonfe­ renz fand vom 28. Mai bis 12. Juni 2014 in Genf statt. Sie war dem strategischen Ziel der Beschäftigung, dem Übergang von der informellen zur formellen Wirtschaft sowie einem Protokoll und einer Emp­ fehlung gewidmet, die das Übereinkommen Nr. 29 über Zwangs­ oder Pflichtarbeit ergänzen sollen. Der Normenprüfungsausschuss hat die Krise von 2012 noch nicht überwunden, zwischen Arbeit­ gebern und Arbeitnehmern herrschen weiterhin starke Unstimmigkeiten. STRATEGISCHES ZIEL DER BESCHÄFTIGUNG Das Thema bildete Gegenstand einer wiederkehren­ den Diskussion im Rahmen der Folgemassnahmen zur IAO­Erklärung über soziale Gerechtigkeit für eine faire Globalisierung von 2008. Ziel solcher Diskussionen ist, Wirksamkeit und Leistung der IAO zu überprüfen und ihr Handeln unter Berück­ sichtigung der jeweiligen Bedürfnisse der Akteure der Organisation (Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Staa­ ten) auf das behandelte Thema abzustimmen. Die Beschäftigung bleibt auf internationaler Ebene ein zentrales Thema. Gemäss Internationalem Ar­ beitsamt sind weltweit gegen 200 Millionen Men­ schen arbeitslos, davon sind fast 40 Prozent Frauen und junge Männer. Es müssen somit in den kom­ menden zehn Jahren 600 Millionen neue Arbeits­ plätze geschaffen werden, um die zurzeit arbeits­ lose Bevölkerung und die zusätzlichen 400 Millio­ nen Menschen, die in den Arbeitsmarkt eintreten werden, auffangen zu können. Die diesjährige Diskussion sendete eine klare Bot­ schaft aus, die den grundlegenden Vorschlag der Arbeitgeber unterstützt, wonach zuerst nachhaltige Unternehmen geschaffen werden müssen, bevor überhaupt Arbeitsplätze geschaffen werden können. Entsprechend wurden in den Schlussfolgerungen die Schlüsselrolle des Privatsektors bei der Schaf­ fung von Arbeitsplätzen und die Notwendigkeit einer Politik, die sowohl Angebot als auch Nach­ frage berücksichtigt, als Leitprinzipien für die För­ derung einer Entwicklung und eines auf Beschäf­ tigung aufbauenden nachhaltigen Aufschwungs anerkannt. In den Schlussfolgerungen wurde zu­ dem präzisiert – und damit universell anerkannt –, dass die grundlegenden IAO­Prinzipien die Diver­ sität der Situationen in den jeweiligen Ländern und das breite Spektrum von Problemen, die in Sachen Beschäftigung existieren, anerkennen müssen. Da­ mit wird auch anerkannt, dass jeder Mitgliedstaat der IAO individuelle und globale politische Rah­ menbedingungen für die Beschäftigung benötigt. Die Schlussfolgerungen der Kommission gehen näher auf die Aktivitäten ein, die das Internatio­ nale Arbeitsamt in Angriff nehmen soll, um jene Mitgliedstaaten, die einen entsprechenden Antrag stellen, unterstützen zu können. Was diesen Punkt angeht, unterstrichen die Arbeitgeber, dass der politische Entscheid von der jeweiligen Situation und den nationalen Prioritäten abhänge. Das In­ ternationale Arbeitsamt muss folglich neutrale Untersuchungen in den Vordergrund stellen und nicht politische Empfehlungen an die Staaten ab­ geben. Bleibt zu hoffen, dass die Frage nach einem unternehmensfreundlichen Umfeld als zentrales Element der Beschäftigungsstrategie der IAO wie­ der Gegenstand einer Diskussion bilden wird. Was die institutionelle Ebene angeht, sei erwähnt, dass die Schlussfolgerungen vorsehen, die Zusam­ INTERNATIONALE ARBEITGEBERPOLITIK Alexandre Plassard (bis 31. Oktober 2014) Marco Taddei (ab 1. September 2014)

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