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Jahresbericht-2014-epaper

wurden –, ist derzeit unklar und Gegenstand von angelaufenen Projektarbeiten der Kantone. Es gilt diese Arbeiten unbedingt mit Rücksicht auf die betrieblichen Realitäten anzugehen und sich auf effektive und effiziente Massnahmen zu konzent- rieren, um nicht Hürden zu schaffen, welche die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen ge- fährden. BUNDESRATSENTSCHEIDE ZUR HÖHEREN BERUFSBILDUNG Nach langjährigen Diskussionen und umfassenden Projektarbeiten rund um die Fragen der Subventi- onierung von Vorbereitungskursen auf eidgenös- sische Prüfungen und die nationale und internatio- nale Positionierung von Abschlüssen der höheren Berufsbildung verabschiedete der Bundesrat Ende August einen Strauss von wegweisenden und wich- tigen Massnahmen. Wesentliche Stossrichtungen dabei: ■ Die finanzielle Entlastung der Teilnehmenden von Vorbereitungskursen auf eidgenössische Prü- fungen über eine subjektorientierte Subventio- nierung durch den Bund: Diese systematische Förderung soll die bisherigen intransparenten und freiwilligen kantonalen Subventionsprakti- ken ablösen. Gleichzeitig wird angestrebt, die öffentlichen Mittel für diesen Bildungstyp ab 2017 substanziell zu erhöhen. ■ Die Steigerung der internationalen Vergleich- barkeit und Wertschätzung der schweizerischen Berufsbildungsabschlüsse: Dies soll über die Einordung der Abschlüsse gemäss ihren Anfor- derungen in acht Niveaustufen im Nationalen Qualifikationsrahmen Berufsbildung sowie mit Zeugniserläuterungen beziehungsweise Diplom- zusätzen erfolgen. Diese Instrumente sollen den Arbeitgebern bei der Rekrutierung von Personal im In- und Ausland eine rasche Einschätzung der Kompetenzen der Bewerbenden ermöglichen und die Arbeitsmarktchancen von Berufsbildungsab- solventinnen und -absolventen erhöhen. ■ Die Förderung der Durchlässigkeit zwischen der höheren Berufsbildung und den Fachhochschu- len: Dazu soll die Transparenz bei den Zulassungs- bedingungen und den Anrechnungsverfahren für die Absolventen der höheren Berufsbildung erhöht werden. Der Dialog zwischen den Verant- wortlichen der höheren Berufsbildung und der Fachhochschulen soll dazu intensiviert werden. ABSAGE AN AKADEMISCH ORIENTIERTE BERUFSBILDUNGSTITEL Auf parlamentarischer Ebene fand eine Auseinan- dersetzung um die Titel der höheren Berufsbildung statt. Genauer um die sogenannten Bildungstitel des eidgenössischen Fachausweises oder des eid- genössischen Diploms, die in der höheren Berufs- bildung vergeben werden. Diese Titel seien im Gegensatz zu den akademischen Titeln – wie Ba- chelor und Master – international nicht bekannt beziehungsweise kaum verständlich übersetzbar. Daher würden die Berufsbildungsabsolventen auf dem (internationalen) Arbeitsmarkt gegenüber anderen Absolventen benachteiligt, so wurde von den Befürwortern von akademisch orientierten Bildungstiteln in der Berufsbildung argumentiert. Teilweise wurde auch ins Feld geführt, dass durch eine Angleichung der Bildungstitel der höheren Berufsbildung an die akademische Bildung das Prestige der Berufsbildung auch in der Schweiz erhöht werden könne. Obwohl die Positionierung der höheren Berufsbil- dung und die internationale berufliche Mobilität der Berufsbildungsabsolventen auch ein klares An- liegen der Arbeitgeber ist, wurde die Stossrichtung einer entsprechenden Motion vom Schweizerischen Arbeitgeberverband nicht unterstützt und schliess- lich auch vom Ständerat als Zweitrat verworfen. Ein entsprechender Eingriff in die Titelsystematik beziehungsweise zusätzliche oder neue Titel hät- ten eher zu Verwirrung bei den Arbeitgebern (etwa bei der Rekrutierung) und auch bei den Studieren- den (Täuschung bei der Berufs- und Studienwahl) führen können. Die gut eingeführten Profile zwi- schen akademischen und beruflichen Bildungswe- gen wären eher vermischt als geschärft worden. Letztlich zeigt auch eine einfache Internetrecher- che, dass die angestrebten Bezeichnungen «Profes- sional Bachelor» beziehungsweise «Professional Master» im Ausland gar nicht geläufig und darum kaum geeignet sind, die hochwertigen und praxis- bezogenen Qualifikationen der höheren Berufsbil- dung international adäquat zu positionieren. Der Bundesrat wird nun eine Lagebeurteilung in der Titelfrage der höheren Berufsbildung vornehmen müssen. Verbesserungen bei Übersetzungen der für den Arbeitsmarkt doch primär relevanten Berufs-

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