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Jahresbericht-2014-epaper

Bildung, Berufliche aus- und weiterBildung 18 | 19 Jahr der BerufsBildung Das Jahr 2014 war das «Jahr der Berufsbildung». Seit zehn Jahren verfügt die Schweiz über ein mo- dernes Berufsbildungsgesetz, das die Basis für eine umfassende Förderung der Berufsbildung in der Schweiz bildet. Das Gesetz hat in diesen Jahren zahlreiche Reformen ausgelöst und massgeblich zur Stärkung der dual ausgerichteten schweizeri- schen Berufsbildung mit ihrem charakteristischen Praxis- und Arbeitsmarktbezug beigetragen. Das Jubiläum wurde von Bund, Kantonen und vielen Verbänden genutzt, um die öffentliche Aufmerk- samkeit auf dieses erfolgreiche System zu lenken. Die zentral durchgeführten Berufsmeisterschaften «Swiss Skills Bern 2014» bildeten zweifellos den Höhepunkt in diesem Jubiläumsjahr. Während fünf Tagen wurden aus total 1000 Wettkämpferinnen und Wettkämpfern die Besten in rund 70 Berufsgat- tungen erkoren. Zudem wurden über 130 Berufe vor- gestellt, so dass Jugendliche und ihre Eltern einen kompakten Überblick über die Vielfalt beruflicher Perspektiven erhalten konnten. Über 155000 Be- sucherinnen und Besucher erlebten eine begeis- ternde Leistungsschau junger Berufsleute. Dieser Grossanlass konnte nur dank dem hohen gemein- samen Engagement der öffentlichen Hand, von pri- vaten Sponsoren und massgeblich auch der 65 enorm engagierten Berufsverbände so erfolgreich durchgeführt werden. Um der Leistungsfähigkeit der Berufsbildung schweizerischer Prägung auch international zu mehr Bekanntheit zu verhelfen und den ansteigen- den internationalen Bedürfnissen nach Berufsbil- dungszusammenarbeitentgegenzukommen,konnte der erste internationale Berufsbildungskongress mit über 500 Teilnehmenden in Winterthur durch- geführt werden. Unter den Referenten befand sich etwa Jill Biden, Bildungsexpertin und Ehefrau des US-Vizepräsidenten Joe Biden, die bestätigte, dass die US-Regierung und amerikanische Bildungs- experten angefangen hätten, vom einzigartigen Schweizer Modell zu lernen. Auch der Generaldi- rektor der Internationalen Arbeitsorganisation IAO, Guy Rider, betonte den direkten Zusammenhang zwischen einem wirtschaftsnahen Ausbildungs- angebot für junge Menschen und tiefer Jugendar- beitslosigkeit. VerschÄrfte BestiMMungen ZuM JugendarBeitsschutZ Viele Jugendliche treten bereits heute im Alter von unter 16 Jahren in eine Berufslehre ein. Diese Ten- denz wird die schweizweite Harmonisierung des Volksschulbeginns noch verstärken. Das bringt Pro- bleme mit den Regeln zum Jugendarbeitsschutz mit sich, denn für Jugendliche unter 18 Jahren sind als gefährlich klassifizierte Arbeiten prinzipiell ver- boten und waren bisher ausnahmsweise –ab 16 Jahren – zulässig. Da aber rund 150 berufliche Grundbildungen (das sind zwei Drittel aller Be- rufslehren!) zwingend entsprechende Tätigkeiten beinhalten, sah sich der Bundesrat im Berichtsjahr zur Anpassung der Jugendarbeitsschutzverord- nung gezwungen. Die neue Regelung sieht vor, dass in Ausnahme- fällen die Jugendlichen bereits ab 15 Jahren gefähr- liche Arbeiten im Rahmen einer Berufslehre aus- führen dürfen. Das ermöglicht den Lehrbetrieben, diese Jugendlichen auf einer rechtlich korrekten Basis umfassend im entsprechenden Beruf auszu- bilden und gewährleistet auf Ebene des schweize- rischen Bildungssystems nichts weniger als den nahtlosen Übergang von der Volksschule in die Berufsbildung. Allerdings sind in den Bildungs- plänen – expliziter als bisher – begleitende Mass- nahmen zur Arbeitssicherheit und zum Gesund- heitsschutz vorzusehen, und die Lehrbetriebe müssen über eine spezifische Bildungsbewilli- gung verfügen, die den Umgang mit gefährlichen Arbeiten ausdrücklich berücksichtigt. Wie die kan- tonalen Behörden diese Bewilligungsverfahren umsetzen werden und wie sie mit der derzeitigen Übergangssituation umgehen – also bevor die zehn- tausenden (!) von Bildungsbewilligungen erteilt BILDUNG, BERUFLICHE AUS- UND WEITERBILDUNG Jürg Zellweger

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