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Alkohol am Arbeitsplatz ist teuer für Firmen

Experten haben – nach einer Umfrage bei 1300 Betrieben – erstmals für die Schweiz berechnet, wie teuer problematischer Alkoholkonsum am Arbeitsplatz die Arbeitgeber zu stehen kommt: Er verursacht jährlich Kosten von einer Milliarde Franken. Unterstützung für Arbeitgeber ist vorhanden.


Der grösste Teil der jährlichen Kosten von einer Milliarde Franken - vier Fünftel - entfällt auf Produktivitätseinbussen, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilte. Menschen, die während der Arbeit trinken, leisten gemäss Studie rund 15% weniger als nüchterne Personen. Neben der entgangenen Produktivität führt der problematisch Alkoholkonsum auch zu Kosten wegen vermehrter Absenzen sowie wegen Unfällen.

Rund 70 000 Erwerbstätige betroffen

Bestellt wurde die Studie vom BAG und der Unfallversicherungsanstalt Suva bei einer Beratungsfirma. Deren Experten befragten Personalverantwortliche von 1300 Firmen. Ein Drittel davon gab an, Mitarbeitende mit einem problematischen Alkoholkonsum zu beschäftigen. Von den Angestellten der 1300 befragten Firmen sind laut BAG 2% von Alkoholproblemen betroffen. Hochgerechnet auf die 3,5 Millionen Erwerbstätigen in der Schweiz entspricht dies etwa 70 000 Personen.

Am stärksten betroffen sind das Gast- und das Baugewerbe mit 5,1% respektive 3,9% Betroffener. Am wenigsten solche Personen gibt es gemäss Studie in der öffentlichen Verwaltung und im Schulwesen mit einem Anteil von 0,5%.

Rechtzeitig und angemessen reagieren können

Stärker betroffen sind auch kleinere Betriebe mit 10 bis 20 Mitarbeitenden. Personalverantwortliche solcher Firmen gaben mehr als doppelt so oft an, Angestellte mit Alkoholproblemen zu beschäftigen. Ein Grund dafür könnte gemäss Studie sein, dass die Personalverantwortlichen in engerem Kontakt zu den Angestellten stehen als in grossen Firmen. 26% der Unternehmen, die solche Menschen beschäftigen, verfügen über ein Präventionsprogramm, bei 10% ist ein solches in Planung. Im Vordergrund stehen dabei Alkoholverbote vor oder während der Arbeit, beschränkter Zugang zu Alkohol am Arbeitsplatz sowie Beratung.

Im Rahmen des Nationalen Programms Alkohol wurden verschiedene Instrumente und Angebote erarbeitet. Sie sollen es insbesondere Personal- und Ausbildungsverantwortliche ermöglichen, frühzeitig und angemessen auf Alkoholprobleme der Mitarbeitenden zu reagieren. So stellt zum Beispiel Sucht Info Schweiz in Zusammenarbeit mit der Gesundheitsförderung Schweiz, dem SECO sowie der Suva den Arbeitgebern die Website www.alkoholamarbeitsplatz.ch mit Informationen sowie eine Broschüre zur Verfügung. Zudem betreibt die Suva eine Website zum betrieblichen Gesundheitsmanagement http://selbsttestbgm.suva.ch und die Gesundheitsförderung Schweiz gibt auf www.kmu-vital.ch Tipps für gesunde Betriebe.

Weitere Informationen auf der BAG-Website.

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