Trendwende auf dem Lehrstellenmarkt kündigt sich an

4. Juli 2017,  News

Erstmals seit 5 Jahren steigt die Zahl der Jugendlichen wieder, die sich für eine Berufslehre interessieren. Diese Entwicklung wird sich in den nächsten Jahren forstsetzen. Mit Blick auf den Fachkräftemangel ist das eine erfreuliche Nachricht. Mit attraktiven Angeboten gilt es, Jugendliche und ihre Eltern vom Berufsbildungsweg zu überzeugen.

Der Lehrstellenbarometer vom Frühjahr 2017 zeigt, dass auch dieses Jahr die Zahl an offenen Lehrstellen die Anzahl Jugendliche übersteigt, die an einer Berufsbildung interessiert sind. Die Unternehmen bieten rund 79‘000 Lehrstellen an, während gut 71‘000 Jugendliche eine berufliche Grundbildung anstreben. Das Überangebot beträgt somit dieses Jahr rund 8000 Lehrstellen, ist aber bedeutend kleiner als im Frühjahr 2016, als 13‘000 Lehrstellen offen waren. Diese Lücke, die sich in den letzten fünf Jahren aufgetan hat, dürfte sich in Zukunft deutlich verkleinern oder könnte sich im schlechteren Fall sogar zu einem Unterangebot an Lehrstellen entwickeln.

Laut dem Basisszenario des Bundesamts für Statistik wird die Zahl der Lernenden im 1. Lehrjahr aufgrund der steigenden Schulabgängerzahlen von 2018 bis 2025 um 8 Prozent zunehmen. Die Lehrlingsbestände würden damit rund 6 Prozent höher liegen als 2015. Allerdings ist mit grossen Unterschieden bei den Abschlüssen nach Berufsfeldern zu rechnen. Im Sozialwesen, im Gesundheitsbereich und der ICT-Technologie wird ein starkes Wachstum der Abschlüsse erwartet. Mit Rückgängen bei den Abschlüssen ist demgegenüber im verarbeitenden Gewerbe, der Landwirtschaft und im Baugewerbe zu rechnen. Die Abschlüsse im grossen Bereich «Wirtschaft und Verwaltung» dürften leicht zurückgehen.

Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels ist es eine gute Nachricht, dass sich die Zahl der Schulabgänger in den nächsten Jahren wieder massgeblich erhöhen wird. Umso mehr ist das Angebot an hochwertigen beruflichen Grundbildungen für Unternehmen ein wichtiges Mittel, um Jugendliche nicht nur für sich selber oder einen bestimmten Beruf zu gewinnen, sondern auch für ein bestimmtes Tätigkeitsfeld oder eine ganze Branche generell zu begeistern.