Keine gesonderte Diplomanerkennung für Personen aus dem Asylbereich

16. Juni 2017,  News

Der Nationalrat möchte keine gesonderte Regelung für die Anerkennung von Diplomen und Bildungsleistungen von Flüchtlingen und vorläufig aufgenommenen Personen. Ihnen stehen dafür – wie allen Personen – heute zwei etablierte Verfahren zur Verfügung. Der Schweizerische Arbeitgeberverband begrüsst die Ablehnung einer entsprechenden, nicht zielführenden Motion.

Mit einer Motion (15.3700) sollte der Bundesrat beauftragt werden, einen Rahmen für die Anerkennung der Diplome und die Validierung der Bildungsleistungen von Flüchtlingen und vorläufig aufgenommenen Personen zu schaffen. Der Nationalrat ist auf diese Forderung zu Recht nicht eingetreten. Die Einführung einer neuen, gesonderten Zertifizierung für Personen aus dem Asylbereich hätte sich als der Integration nicht förderlich oder sogar stigmatisierend herausstellen können. Zudem wird bereits viel getan, um der beruflichen Integration von Flüchtlingen und vorläufig aufgenommenen Personen die nötige Beachtung zu schenken.

Die Arbeitgeber und betroffene Branchenverbände sind in diesem Bereich aktiv und beteiligen sich etwa am so genannten Integrationsdialog des Bundes, der Kantone, der Städte und der Sozialpartner. An der Schnittstelle zwischen Bildungs- und Integrationspolitik sind die Bemühungen zur Integrationsvorlehre und zur frühzeitigen Sprachförderung zu nennen. Mit dem Projekt «Berufsabschluss und Berufswechsel für Erwachsene» sollen die Möglichkeiten für einen entsprechenden Abschluss besser genutzt werden. In reglementierten Berufen mit gesetzlichen Vorschriften zur Berufsausübung besteht heute die Möglichkeit der Diplomanerkennung. Bei der grösseren Zahl der nicht-reglementierten Berufe gibt es Niveaubestätigungen für die Abschlüsse. Bereits erworbene Kompetenzen können in der Berufsbildung unter gewissen Umständen für einen Berufsabschluss angerechnet werden.

Diplomanerkennungen bzw. Niveaubestätigungen können den Arbeitgebern Hinweise auf die Qualifikation von Personen geben. Schliesslich hängt die erfolgreiche Arbeitsmarktintegration aber von einer Reihe weiterer Faktoren ab, beispielsweise Sprache, Einsatzbereitschaft, Anpassungsfähigkeit, konkrete Tätigkeit oder Kompetenzen im Berufsalltag.