Berufs- und Allgemeinbildung bereiten gleich gut auf die Berufslaufbahn vor

24. Februar 2015,  News

Für die raschen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt sind die Erwerbstätigen in der Schweiz gut gewappnet, wie eine Studie des Eidgenössischen Hochschulinstituts für Berufsbildung zeigt. Die Kritik, dass die Berufslehre schon früh zu stark auf einen Beruf hin fokussiere und sich Absolventen deshalb nicht rasch genug beruflich neu orientieren könnten, wird widerlegt.

Eine zentrale Frage in der öffentlichen Diskussion rund um die Berufsbildung ist, ob diese den Lernenden die notwendigen Kompetenzen mit auf den Weg gibt, um nicht nur kurzfristig, sondern auch mittel- und langfristig im Berufsleben erfolgreich zu bestehen. Dabei wird oft die Vermutung geäussert, dass die Berufsbildung zu eng und spezifisch ausbildet, so dass die Berufsleute im schnell wandelnden Arbeitsmarkt nach einiger Zeit über veraltete Qualifikationen verfügen. Personen mit allgemeinbildendem Abschluss seien dagegen breiter gebildet und könnten sich daher rascher neu orientieren und die benötigten, neuen Qualifikationen erwerben.

Die Resultate einer aktuellen Studie sprechen nun aber gegen solche Nachteile der Berufsbildung gegenüber der Allgemeinbildung. Demnach sind Berufswechsel in der Schweiz häufig – sowohl unter Lehr- als auch unter Hochschulabgängern: Rund 50 Prozent aller Erwerbstätigen in der Schweiz im Alter zwischen 20 und 60 Jahren sind nicht mehr im ursprünglich erlernten Berufsfeld tätig. Für beide Gruppen zeigt sich, dass es den meisten Erwerbstätigen gemäss eigener Einschätzung gelingt, ihre Qualifikationen aktuell zu halten, beispielsweise durch externe oder interne Weiterbildung. Auch führt eine Erwerbstätigkeit ausserhalb des erlernten Berufsfeldes nicht zu Lohnnachteilen. Berufswechsel sind also für die meisten Personen unabhängig von ihrem Bildungsweg über die ganze Berufslaufbahn gesehen unproblematisch.