Analyse und Massnahmen zur Digitalisierung und Bildung

7. Juli 2017,  News

Die Digitalisierung verändert Wirtschaft und Arbeitswelt rasant. Um das Bildungssystem für diesen Wandel zu rüsten, präsentiert der Bundesrat eine systematische Auslegeordnung und gezielte Aktionsfelder. In der Berufsbildung und der Weiterbildung sind auch die Unternehmen und ihre Verbände gefordert.

Die Landesregierung hat bereits Anfang Jahr eine systematische Auslegeordnung der anstehenden Herausforderungen für die digitale Wirtschaft im Rahmen der Strategie zur digitalen Schweiz verabschiedet. Nun hat sie den Bericht zu den Herausforderungen der Digitalisierung für Bildung und Forschung in der Schweiz mit Analysen und Aktionsfelder verabschiedet. Die Massnahmen im Bereich der Bildung fordern auch die Unternehmen.

Die Analyse zeigt, dass das Bildungswesen in der Schweiz grundsätzlich gut aufgestellt ist, um den Anforderungen der Digitalisierung und des Arbeitsmarkts gerecht zu werden. Auf der Ebene der Volkschule wurden sprachregionale Lehrpläne mit entsprechenden Kompetenzen geschaffen. Auch die Berufsbildung hat neue Berufe hervorgebracht. Gerade in diesen Bereichen sieht der Bundesrat Massnahmen vor, welche die Arbeitgeber betreffen:

  • Alle Schüler und Lernenden in der Berufsbildung sollen über grundlegende Informatikkompetenzen verfügen und digitale Medien in Informatik-Tools sinnvoll nutzen. Das erfordert die nötige technische Infrastruktur, Lehrmittel und kompetente Lehrpersonen. In der Berufsbildung sind Lehrpläne (allgemein bildender Unterricht, Rahmenlehrpläne HF) zu überprüfen.
  • Das Bildungssystem soll sich rasch auf die auf dem Arbeitsmarkt nachgefragten (digitalen) Kompetenzen ausrichten. In der Berufsbildung sollen die komplexen und trägen Vorgänge beschleunigt sowie Regulierungen abgebaut werden, um die Flexibilität zu erhöhen. Zudem gilt es, Bildungsinhalte einem «Digitalisierungscheck» zu unterziehen, die Berufsentwicklung flexibler zu gestalten und innovative Unternehmen bei der Entwicklung der Berufe einzubeziehen. Hier werden die Verbände und ihre Trägerschaften von Berufen gefordert sein. Die bestehende MINT-Förderung soll verstärkt werden.
  • Über die Weiterbildung sollen insbesondere Arbeitnehmende mit geringem Qualifikationsniveau unterstützt werden, um den digitalen Anforderungen des Arbeitsmarkts gewachsen zu sein. Hier sind laut Bundesrat die Unternehmen gefordert, die Standortgespräche mit ihren Mitarbeitenden zu nutzen, um fehlende Kompetenzen rasch aufzudecken und zu beheben.

Die systematische Herangehensweise des Bundesrats in Bezug auf die Herausforderungen der Digitalisierung ist als positiv zu werten. Sie verhindert unnötigen Aktivismus und Fehlentwicklungen und bündelt die Kräfte in den Regelstrukturen der entsprechenden Bildungsgefässe. In den nächsten Monaten geht es darum, die vorgeschlagenen Massnahmen vertieft zu prüfen und zu konkretisieren – ganz besonders jene, welche die Arbeitgeber und ihre Verbände betreffen. Für den Schweizerischen Arbeitgeberverband ist zentral, dass mit gezielten Massnahmen, effektiven Investitionen und guten bildungspolitischen Rahmenbedingungen die Beschäftigungsfähigkeit der Bevölkerung sowie die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gestärkt werden.