Ältere Erwerbstätige: neue Regulierungen unnötig

8. Februar 2016,  News

Ältere Arbeitnehmende sind gut in den Arbeitsmarkt integriert. Neue Regulierungen und staatlichen Aktivismus zur Förderung älterer Erwerbstätiger braucht es deshalb nicht. Wichtiger sind ein flexibler Arbeitsmarkt, ein arbeitsmarktorientiertes Bildungssystem sowie entsprechende Anreize im Sozialversicherungs-System.

Die Bildungskommission des Nationalrats will keine neuen gesetzlichen Grundlagen schaffen, um die Arbeitsmarkt-Chancen von Älteren zu verbessern. Die Kommission betrachtete die Forderungen einer entsprechenden Initiative – namentlich gesetzliche Massnahmen im Weiterbildungsbereich – als nicht zielführend.

Mit ihrem Entscheid liegt die Kommission richtig. Ein Blick auf die Fakten zeigt, dass Regulierungen zur Weiterbildungsförderung älterer Erwerbstätiger unnötig sind:

  • Ältere Arbeitnehmende sind in der Schweiz gut in den Arbeitsmarkt integriert. Die Erwerbsquote der 55–64-Jährigen von 74 Prozent zählt im internationalen Vergleich zu den höchsten. Nahezu jede dritte Person arbeitet zudem über das reguläre Pensionsalter hinaus.
  • Das Risiko, arbeitslos zu werden, ist für Ältere geringer als für Jüngere. Die Arbeitslosenquote von über 50-Jährigen lag 2015 mit 2,9 Prozent unter dem schweizerischen Durchschnitt von 3,3 Prozent. Ältere Erwerbstätige sind allerdings länger arbeitslos als jüngere. Etwaige Massnahmen müssen diesen Sachverhalt adressieren.
  • Ältere Arbeitnehmende lassen sich – sowohl im internationalen Vergleich als auch im Vergleich mit Jüngeren – häufiger berufsbezogen weiterbilden. 65 Prozent der 50–54-Jährigen und 63 Prozent der 55–59-Jährigen werden dabei von den Arbeitgebern unterstützt.
  • Es gibt bereits verschiedene Projekte und Massnahmen, welche die Arbeitsmarktfähigkeit von Erwachsenen bzw. Älteren fördern. Bund, Kantone und Sozialpartner beschlossen letztes Jahr im Rahmen einer nationalen Konferenz überdies ein programmatisches Vorgehen, um die Situation älterer Erwerbstätiger zu verbessern.

Die wichtigste Voraussetzung für eine hohe Arbeitsmarkt-Beteiligung aller Altersgruppen sind erfolgreiche Unternehmen und eine prosperierende Wirtschaft. Ein flexibler Arbeitsmarkt, ein arbeitsmarktorientiertes und durchlässiges Bildungssystem sowie entsprechende Anreize im Sozialversicherungs-System sind dabei zentral. Diesen Erfolgsfaktoren gilt es Sorge zu tragen – nicht zuletzt indem wir sie vor unnötigen Regulierungen und staatlichem Aktivismus schützen.