Zuwanderung geht erneut zurück

28. Juli 2016,  News

Die neuste Zuwanderungsstatistik des Staatssekretariats für Migration zeigt eine weiterhin und verstärkt sinkende Zahl in die Schweiz eingewanderter Ausländerinnen und Ausländer. Der mit Blick auf die vom Volk geforderte Zuwanderungsbeschränkung erfreuliche Trend ist aus Arbeitgebersicht insofern kritisch zu verfolgen, als sich dadurch der Mangel an Fachkräften in gewissen Branchen zuspitzen könnte.

Die Zuwanderung in die Schweiz nimmt insgesamt weiterhin ab: Verglichen mit dem ersten Halbjahr 2015 sind von Januar bis Juni des laufenden Jahres deutlich weniger ausländische Personen zugewandert. Statt rund 35’000 Personen waren es noch knapp 29’000, was einem Rückgang von 17,5 Prozent entspricht. Während gegenüber dem Vorjahr gut 6 Prozent weniger Personen einwanderten, verliessen fast 8 Prozent mehr die Schweiz. Gemäss diesen neusten Zuwanderungszahlen des Staatssekretariats für Migration hat sich der rückläufige Trend nochmals deutlich verstärkt.

Besonders stark ging die Zuwanderung von Erwerbstätigen aus den alten EU-Staaten (EU-17) und der Efta zurück. Aufgrund der zunehmend verbesserten Wirtschaftslage dieser Länder im Vergleich zur Schweiz zieht es nicht wenige zurück in ihr Heimatland. Mit Blick auf die Verfügbarkeit von Fachkräften für die Schweizer Unternehmen ist diese geringere Zu- und höhere Auswanderung meist gut qualifizierter Personen nicht unproblematisch. In Anbetracht des ohnehin schon herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds hierzulande sind die Unternehmen umso mehr darauf angewiesen, ihre Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften decken zu können – sei es wo immer möglich im Inland, sei es wo nötig im Ausland.

Bei den Erwerbstätigen aus Drittstaaten ausserhalb von EU/Efta, die der Kontingentierung unterliegen, ist zu Jahreshälfte bereits deutlich mehr als die Hälfte der Bewilligungen ausgeschöpft: Die Kontingente für Aufenthalter sind zu 62 Prozent, jene für Kurzaufenthalter zu 56 Prozent vergeben. Dies deutet darauf hin, dass bis Ende Jahr der Bedarf der Unternehmen die verfügbaren Kontingente übersteigen wird, was die Forderung der Arbeitgeber nach deren Erhöhung für das nächste Jahr untermauert.

Bei einer insgesamt unveränderten Arbeitslosenquote von 3,1 Prozent im Juni dieses Jahres im Vergleich zum Juni 2015 ist die Arbeitslosigkeit unter den Ausländerinnen und Ausländern im gleichen Zeitraum um 0,3 Prozent zurückgegangen. Einmal mehr zeigt sich, dass die zuwandernden Personen vom Arbeitsmarkt gut aufgenommen werden und die inländischen Arbeitskräfte nicht durch ausländische verdrängt werden. Vielmehr besetzen die Arbeitgeber Stellen mit Personen aus dem Ausland, für die sie im Inland keine geeigneten Bewerber finden. Ausländische Erwerbstätige ergänzen das inländische Arbeitskräfteangebot optimal. Es kommt nicht selten vor, dass mit der Besetzung von Positionen durch ausländische Arbeitskräfte auch eine Nachfrage nach inländischen Arbeitnehmenden entsteht. Diese Erkenntnis wird auch durch den jüngsten Bericht des Staatssekretariats für Wirtschaft zum Freizügigkeitsabkommen Schweiz – EU wieder bestätigt.