IOS befasst sich mit Zukunft der Arbeit

20. Februar 2017,  News

Die Internationale Arbeitgeberorganisation (IOS) hat eine Studie publiziert, die aufzeigt, dass die Digitalisierung der Wirtschaft zwar Risiken, aber auch Chancen für die Arbeitswelt birgt. Entgegen anderslautender Vorhersagen prognostiziert sie kein Verschwinden von Arbeitsplätzen in den kommenden Jahren.

Der rasante Aufstieg der digitalen Wirtschaft stellt die Arbeitswelt vor grosse Herausforderungen. Nicht selten heisst es, Millionen von Arbeitskräften würden Gefahr laufen, durch Roboter ersetzt zu werden. Ist das der von Jeremy Rifkin prophezeite Anfang vom Ende der Arbeit? Welche Arbeitsplätze werden verschwinden? Welche Berufe werden verschont? Fragen, mit denen sich die Arbeitgeber intensiv beschäftigen.

Die «International Organisation of Employers (IOS)», in der über 150 Arbeitgeberverbände aus über 140 Ländern vertreten sind, darunter auch der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV), hat eine Studie mit dem Titel «Understanding the Future of Work» publiziert. Die Studie skizziert Szenarien zur Zukunft der Arbeit im digitalen Zeitalter, die aufzeigen, dass der aktuell stattfindende Paradigmenwechsel sowohl Risiken als auch Chancen birgt. Eine Zusammenfassung in fünf Punkten.

Die Arbeit hat Zukunft
Die Digitalisierung wird die Arbeitswelt zwar von Grund auf verändern, sie wird aber nicht zwingend zu steigenden Arbeitslosenzahlen führen. Denn die Automatisierung eröffnet neue berufliche Möglichkeiten: Eine beträchtliche Anzahl von Arbeitsplätzen und neue Märkte werden entstehen. Laut Studien schafft jeder Arbeitsplatz, der in der Hightech-Branche entsteht, rund fünf zusätzliche Arbeitsstellen.

Lebenslanges Lernen
Die Digitalisierung der Wirtschaft verpflichtet die Arbeitnehmer dazu, ihr Know-how schneller auf den neusten Stand zu bringen als früher. Lebenslanges Lernen wird unabdingbar. Die Politik sollte viel stärker darauf fokussieren, den Zugang zu Ausbildung zu erleichtern und das Angebot zu erweitern. Informelles Lernen und Online-Weiterbildungen werden immer wichtiger. Die Verbesserung und der Ausbau der Ausbildungsmöglichkeiten für weibliche Arbeitskräfte werden dabei einen entscheidenden Erfolgsfaktor darstellen.

Erhöhte Flexibilität
Der Erfolg der «On-Demand-Economy» deutet darauf hin, dass die klassische Beziehung Arbeitgeber-Arbeitnehmer einer nicht mehr so klar definierten Arbeitsbeziehung Platz machen wird, die auf gegenseitigen und temporären Interessen beruht. In diesem Umfeld ist sowohl die zeitliche als auch die örtliche Flexibilität von zentraler Bedeutung. Es wird entscheidend sein, exzessive reglementarische Vorschriften zu modernisieren. Dazu gehören auch die Gesetzgebung in Sachen Arbeitsplatzschutz und administrative Auflagen, welche die Nutzung neuer Gewinn- und Arbeitschancen verhindern.

Die Gewinner
Die MINT-Branchen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) sowie Bereiche des Gesundheitswesens und der Sozialdienstleistungen bergen mit Blick auf die Zukunft ein enormes Potenzial an neuen Arbeitsstellen. Die zukunftsträchtigen Berufe setzen dabei nicht nur technische Fähigkeiten voraus, sondern auch soziale und emotionale Kompetenzen wie etwa Überzeugungskraft, Kreativität, Empathie und Leadership.

Die Verlierer
Ob ein Job von der Automatisierung gefährdet ist, hängt weder allein von der Qualifizierung noch davon ab, ob es sich dabei um einen manuellen Beruf oder einen Bürojob handelt. Betroffen sind vor allem Routinejobs: Die Automatisierung wird dazu führen, dass eine beträchtliche Zahl von repetitiven Arbeiten wegfallen – unabhängig vom Qualifikationsniveau.