Flüchtlinge sollen verstärkt in den Arbeitsmarkt integriert werden

14. September 2017,  Fokus

Angesichts der steigenden Zahl von Asylsuchenden und Flüchtlingen auf der einen und des Arbeitskräftemangels auf der anderen Seite laufen vermehrt Bemühungen, diese Migranten erfolgreich in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Ein vielversprechender Ansatz dazu ist die Integrationsvorlehre des Bundes. Zwar sind noch viele Fragen zu klären und Hürden zu beseitigen, doch führt aus wirtschafts-, integrations- und finanzpolitischer Sicht kein Weg an der Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen vorbei.

In den letzten Jahren war die Schweiz mit einer erhöhten Zahl von Asylgesuchen konfrontiert. Der Spitzenwert der letzten zehn Jahre wurde 2015 erreicht, als fast 40’000 Personen einen Asylantrag stellten. Der Anteil jener, die als Flüchtlinge anerkannt oder vorläufig aufgenommen wurden, nahm ebenfalls zu. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage ihrer Integration in die Gesellschaft, vor allem aber auch in den Arbeitsmarkt, zumal die demografische Entwicklung das verfügbare Arbeitskräfteangebot weiter schmälern wird. Der Fokus «Flüchtlinge sollen verstärkt und frühzeitig in den Arbeitsmarkt integriert werden» geht dieser Frage auf den Grund – von Zahlen und Fakten zur Schweizer Migrationspolitik, über die zu bewältigenden Schwierigkeiten bis zu Beispielen erfolgreicher Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen.

Dem zweifellos vorhandenen Potenzial von Flüchtlingen stehen viele Hürden auf dem Weg zur Integration in den Arbeitsmarkt gegenüber. Eine der grössten Barrieren stellen mangelnde Sprachkenntnisse dar. Hinzu kommen weitere kultureller, sozialer und administrativer und regulatorischer Natur. Mit der sogenannten Integrationsvorlehre hat der Bund ein Konstrukt geschaffen, das vorderhand jährlich bis zu 1000 Flüchtlinge in eine Berufslehre und anschliessend in eine reguläre Arbeitsstelle führen soll. Die einjährige Vorlehre vermittelt ein umfangreiches Paket an Kompetenzen und fachlicher Ausbildung und umfasst mit einem Betriebseinsatz auch einen praktischen Teil. Verschiedene Unternehmen und Organisationen haben bereits Integrationsvorlehren und weitere Projekte initiiert, die Flüchtlingen Chancen bieten – und machen praktisch durchwegs positive Erfahrungen.

Es braucht unbestrittenermassen einen Kraftakt von Politik, Wirtschaft und Staat, um ein effizientes System zur Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen aufzubauen. Wenn alle Seiten an einem Strick ziehen, kann aber viel bewegt werden, wie die bisherigen Erfolge und die gelungene Integration vieler Secondos in der Vergangenheit zeigen. Für die Arbeitgeber ist entscheidend, dass sie ohne übermässigen administrativen Aufwand Personal rekrutieren können, das über die notwendigen sprachlichen, kulturellen und sozialen Kompetenzen verfügt. Unter diesen Voraussetzungen sind sie gerne bereit, Hand zu einer verstärken, frühzeitigen und nachhaltigen Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen zu bieten.