Erwerbslosigkeit: Die Schweiz steht gut da

27. Januar 2017,  Fokus

Die Schweiz weist europaweit eine der tiefsten Erwerbslosenquoten auf – sowohl insgesamt als auch bei den Jugendlichen und den 55-64-jährigen Personen. Der flexible Arbeitsmarkt und sozialpartnerschaftliche Kompromisse tragen massgeblich zu dieser erfreulichen Entwicklung bei. Allerdings wäre es verfehlt, sich auf den Lorbeeren auszuruhen.

Um das Ausmass der Erwerbslosigkeit in der Schweiz einordnen zu können, müssen die hiesigen Zahlen im internationalen Kontext betrachtet werden. Der neuste Fokus «Erwerbslosigkeit im internationalen Vergleich» zeigt unter anderem, dass die Erwerbslosenquote der Schweiz insgesamt und jene nach Geschlecht, Ausbildung und Alter international betrachtet unterdurchschnittlich sind. Darüber hinaus liefert er mögliche Erklärungen für Differenzen zwischen der Schweiz und den EU- bzw. OECD-Staaten, etwa bei Personen mit tertiärem Bildungsabschluss.

Die seit Jahren tiefe Erwerbslosenquote der Schweiz ist mitunter die Folge einer liberalen und flexiblen Arbeitsmarktpolitik wie auch von breit abgestützten sozialpartnerschaftlichen Kompromissen. Diese Rahmenbedingungen erlauben es den Unternehmen, auf ein sich veränderndes wirtschaftliches Umfeld schnell und flexibel zu reagieren. Ihnen gilt es deshalb Sorge zu tragen. Denn in den aktuell bewegten politischen und wirtschaftlichen Zeiten kann die Bedeutung eines gut funktionierenden Arbeitsmarkts als Trumpf im internationalen Standortwettbewerb nicht hoch genug eingeschätzt werden.