Chancengleichheit zahlt sich aus

22. Mai 2014,  News

Chancen geben heisst Potenziale nutzen – im Rahmen einer gemeinsamen Kampagne engagieren sich das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen und der Schweizerische Arbeitgeberverband für chancengleichen Zugang zu Bildung und Arbeit. Ältere, Frauen und weniger Qualifizierte in den Arbeitsmarkt zu integrieren, ist angesichts des künftigen Fachkräfte-Mangels zentral.

Chancengleichheit zahlt sich aus – davon sind das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen (Heks) und der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV) überzeugt. Erneut zeigen die beiden Institutionen in einer gemeinsamen Kampagne auf, weshalb chancengleiche Personalauswahl und -förderung wirtschaftlich und gesellschaftlich relevant sind.

«Wir können den künftigen Fachkräfte-Mangel nur angehen, indem wir das inländische Arbeitskräfte-Potenzial optimal nutzen. Ein chancengleicher Zugang zu Bildung und Arbeit ist daher zentral», verdeutlicht Roland A. Müller, Direktor des Schweizerischen Arbeitgeberverbands. Der SAV setzt sich denn auch auf verschiedenen Ebenen für Chancengleichheit ein. Im Rahmen der Fachkräfte-Initiative von Bund, Kantonen und Sozialpartnern lancierte er bereits die Initiative «arbeitsmarkt45plus». Sie hat zum Ziel, die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer und deren Reintegration in den Arbeitsmarkt gezielt zu fördern.

Die Wirtschaft ist also angehalten, die Erwerbsbedingungen für ältere Arbeitnehmende zu verbessern, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu unterstützen und weniger qualifizierten Arbeitskräften vermehrt Aus- und Weiterbildungen zu ermöglichen. Ein solches Engagement rechnet sich: Richtet ein Unternehmen seine Personalstrategie auf Chancengleichheit aus und fördert es seine Mitarbeitenden in deren Vielfalt und Verschiedenheit, so verbessert es seine Chancen im verschärften Wettbewerb um Fachkräfte und qualifizierten Nachwuchs.

Kompetenz, Wissen und Talent zählen
Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt bedeutet für das Heks und den SAV, dass einzig Kompetenz, Wissen und Talent eines Menschen über dessen Anstellungsverhältnis oder beruflichen Werdegang entscheiden – und nicht Geschlecht, Alter, Herkunft oder Religion. Nach wie vor werden Menschen aber aufgrund solcher Faktoren vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen. Heks-Direktor Ueli Locher: «Die jüngsten Auswertungen der Sozialhilfe-Statistiken zeigen, dass die Altersarbeitslosigkeit zunimmt. Über 55-Jährige werden immer häufiger von der Sozialhilfe abhängig, obwohl sie gewillt und in der Lage sind zu arbeiten.

gleiche-chancen.ch: Praxistipps für Unternehmen
Herzstück der gemeinsamen Kampagne ist die Website gleiche-chancen.ch. Darauf leiten 10 Praxistipps zu chancengleichem Rekrutieren und Fördern an und erklären Vertreterinnen und Vertreter von Schweizer Unternehmen, weshalb Chancengleichheit für sie nicht nur gesellschaftlich wichtig, sondern auch wirtschaftlich relevant ist. Die Praxistipps liegen überdies als Dossier und als handliche Broschüre vor.