Berufliche Eingliederung als soziale Pflicht und ökonomische Notwendigkeit

7. November 2017,  Fokus

Dass Menschen mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung im Arbeitsprozess bleiben oder nach einem Unterbruch wieder eine Arbeit aufnehmen können, ist sowohl aus gesellschaftlicher als auch ökonomischer Sicht sinnvoll. Oberstes Ziel muss es dabei sein, gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen und die Arbeitsmarktfähigkeit der betroffenen Person zu erhalten.

Jugendliche, ältere Arbeitnehmende, Eltern, Migranten und Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen: All diesen Bevölkerungsgruppen ist gemeinsam, dass mit Blick auf ihre Beteiligung im Arbeitsmarkt noch ein teils beträchtliches Potenzial besteht. Ein Potenzial, auf das die wissensintensive Schweizer Wirtschaft angesichts der demografischen Entwicklung und der Digitalisierung je länger desto weniger verzichten kann. Die Publikationsreihe «Fokus» schliesst vorläufig mit dem Beitrag «Berufliche Eingliederung von gesundheitlich beeinträchtigten Personen ist soziale Pflicht und ökonomische Notwendigkeit». Er zeigt den grossen gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Wert richtigen und rechtzeitigen Handelns auf, um Arbeitnehmende mit gesundheitlichen Problemen anhand entsprechender Massnahmen im Arbeitsprozess zu halten bzw. nach einem allfälligen Ausscheiden aus dem Arbeitsprozess rasch wieder einzugliedern.

Denn zum einen bietet Arbeit die Grundlage für ein eigenes Auskommen, vermittelt Anerkennung und fördert die Integration in die Gesellschaft, die hier eine soziale Verantwortung trägt. Zudem fallen der Allgemeinheit hohe Kosten an, wenn gesundheitlich beeinträchtigte Menschen einer Arbeit fernbleiben. Zum anderen verursacht der Verlust von Mitarbeitenden für die Arbeitgeber hohe Kosten, allein für einen Mitarbeitenden auf der ausführenden Ebene oder im unteren Management geschätzte 30 bis 50 Prozent eines Jahressalärs.

In Anbetracht der Vielzahl potenziell involvierter Akteure in der beruflichen Eingliederung – betroffene Mitarbeitende, Arbeitgeber, Taggeldversicherung, Invalidenversicherung, regionales Arbeitsvermittlungszentrum, Sozialhilfe, Arzt, Betroffenen-Organisation – ist eine koordinierte und konstruktive Zusammenarbeit von zentraler Bedeutung. An der Schnittstelle steht mit Compasso eine Organisation, welche die Arbeitgeber mit Informationen, Instrumenten und Kontaktstellen bei der Früherkennung und Wiedereingliederung unterstützt.