ARBEITGEBERTAG 2017: Die digitale Transformation erfordert gute Rahmenbedingungen

22. Juni 2017,  Medienmitteilungen

Die Digitalisierung wird deutliche Spuren in der Schweizer Arbeitswelt hinterlassen. Dieser Wandel ist mit vielen Unsicherheiten, aber auch Chancen verbunden. Um sie zu ergreifen, müssen die politischen Rahmenbedingungen stimmen. Sie standen im Mittelpunkt des diesjährigen ARBEITGEBERTAGS.

«Neue Arbeitswelten – Revolution oder Evolution»: Mit diesem Thema haben sich die Arbeitgeber sowie Gäste aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft am heutigen ARBEITGEBERTAG in Lausanne befasst. Dabei stellten Christoph Koellreuter und Stephan Vaterlaus von der Fondation CH2048 ihr Reformprojekt zur digitalen Transformation vor. Das von den Arbeitgebern unterstützte Projekt geht der zentralen Frage nach, wie sich solche Umwälzungen auf den Schweizer Arbeitsmarkt auswirken. Die ersten Resultate lassen darauf schliessen, dass die Schweiz den Strukturwandel weiterhin erfolgreich bewältigen kann.

Um das Potenzial der Digitalisierung ausschöpfen zu können, müssen die Weichen in der Schweiz richtig gestellt werden. Den arbeitgeberpolitischen Rahmen steckte Arbeitgeberpräsident Valentin Vogt in seiner Standortbestimmung ab. Er bedauerte in seiner Analyse, dass die politische Kompromissbereitschaft derzeit weitgehend dem Wettbewerb der Parteien und der eigenen Profilierung zum Opfer fällt. Nur so sei es zu erklären, dass es sich bei der Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative, der ein politisch verhängter Arbeitslosenvorrang zugrunde liegt, um eine lupenreine Arbeitsmarktregulierung handle. Dies werde den eigentlichen Absichten der Initianten nicht gerecht. Er rief deshalb die Arbeitgeber dazu auf, den bundesrätlichen Verordnungsentwurf genauestens zu studieren.

Einen echten Kompromiss hat das Parlament laut Vogt auch bei der Reform Altersvorsorge 2020 verpasst, über die am 24. September 2017 abgestimmt wird. «Eine solch unverantwortliche Vorlage ist kein Kompromiss im Sinne der Gestaltung einer tragfähigen Zukunft, sondern ein Diktat, und zwar unter Ausschluss der gesamten rechten Ratsseite», monierte der Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbands. Eine solche Scheinreform habe an der Urne nichts weniger als eine deutliche Abfuhr verdient. Ein Nein mache den Weg frei für eine echte Reform, welche die Altersvorsorge nachhaltig sichert.

Wieweit die Parlamentswahlen in Frankreich unser Nachbarland verändern werden, erklärte Alexandre Saubot, Vizepräsident des französischen Arbeitgeberverbands Medef. Bundespräsidentin Doris Leuthard überbrachte ihrerseits die Grussbotschaft der Landesregierung.

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