ARBEITGEBERTAG 2016: Sozialstaat gefordert

21. Juni 2016,  Medienmitteilungen

Die demografische Entwicklung hin zu einer älter werdenden Gesellschaft stellt die Schweizer Sozialpolitik vor grosse Herausforderungen. Wichtige Fragen und Lösungsansätze in diesem Zusammenhang standen im Zentrum des diesjährigen ARBEITGEBERTAGS.

«Wieviel Sozialstaat erträgt die Schweiz?» Mit dieser Schicksalsfrage haben sich die Arbeitgeber sowie Gäste aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft am heutigen ARBEITGEBERTAG auseinandergesetzt. In seiner einleitenden Rede hat Valentin Vogt, Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbands (SAV), auf die Notwendigkeit eines weitsichtigen Reformprogramms der Altersvorsorge hingewiesen, das einer zunehmend alternden Gesellschaft Rechnung trägt. Um in diesem veränderten demografischen Umfeld allein schon das gegenwärtige Leistungsniveau erhalten zu können, werden die Bürger neue Abgaben zu tragen haben. Der Arbeitgeberpräsident appelliert dabei direkt an Bundesbern, die Sozialpolitik so zu gestalten, dass sie für die schwindende Zahl der Erwerbstätigen und deren Arbeitgeber finanzierbar bleibt.

Gastredner Christoph A. Schaltegger, Professor für Politische Ökonomie an der Universität Luzern, sieht ebenfalls dringenden Handlungsbedarf. Seiner Ansicht nach führt kein Weg daran vorbei, das Rentenalter der gestiegenen Lebenserwartung anzupassen. Daneben ist eine moderate Zusatzfinanzierung unausweichlich. Ein Sicherungsmechanismus in Form einer Schuldenbremse sei überdies notwendig, um die AHV langfristig und sicher zu finanzieren.

Für Gastreferent Bundesrat Alain Berset stellt die Reform Altersvorsorge 2020 des Bundesrats eine austarierte Vorlage dar, um sowohl die AHV als auch die berufliche Vorsorge zu reformieren und gleichzeitig das Leistungsniveau zu garantieren. Laut Berset brauche es diese faire und nachhaltige Lösung – insbesondere nach 20 Jahren Reformstau. Sonst käme die schweizerische Altersvorsorge als einer der tragenden Pfeiler unseres Landes in einigen Jahren massiv unter Druck.

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